Unser Konzept
- Unser Leitbild
Gelegen am Ortsrand von Sondershausen, eingebettet in eine naturnahe Umgebung befindet sich unsere Evangelische Kita Arche Noah I. Als liebevoll gestalteter Ort mit familiärer Atmosphäre verstehen wir uns als Gemeinschaft, in der Kinder mit Vertrauen, Geborgenheit und Wettschätzung aufwachsen dürfen. Das einzelne Kind – einzigartig geschaffen und von Gott geliebt. Aus diesem christlichen Menschenbild heraus begleiten wir jedes Kind individuell und stärken es in seiner Persönlichkeit, seinem sozialen Miteinander und seiner Beziehung zur Welt.
Der christliche Glaube wird alltagsnah vermittelt. Dies geschieht durch Rituale wie das gemeinsame Gebet, das Feiern der christlichen Feste im Jahreskreis und durch biblische Geschichten und Lieder, die den Kindern Werte wie Nächstenliebe, Dankbarkeit und Achtsamkeit vermitteln.
Die enge Zusammenarbeit mit der örtlichen Kirchengemeinde und den Familien prägt das Leben in unserer Kita. Wir Erzieher sehen uns als Wegbegleiter, die jedes Kind individuell stärken und in seiner Entwicklung unterstützen – mit einem Blick für das einzelne Kind und einem Herz für die Gemeinschaft.
Wir begegnen allen Kindern mit Achtung und Zuwendung, bieten Raum, christlichen Glauben, Werte und Traditionen zu erfahren und zu leben. Dabei verbinden wir mit unserer Arbeit eine christliche Grundhaltung und fachliche Kompetenz.
A - Auf unserer Arche ist was los
R - Religion leben
C - Chancen geben
H - Hand in Hand
E - Ein offenes Ohr für Alles
N - Niemand wird allein gelassen
O - Ohne Vorurteile
A - Alle sind willkommen
H - Hilfe geben, Hoffnung finden
Unsere Kita ist ein Ort frühkindlicher Bildung mit dem Hauptanliegen der gemeinsamen Bildung, Erziehung und Begleitung von Kindern mit und ohne Behinderung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. Alle Kinder sind uns willkommen, unabhängig von Konfession, sozialer Herkunft und Nationalität. Wir achten die Würde eines jeden Menschen und nehmen jedes Kind in seiner Einzigartigkeit als Gottes wertvolles Geschöpf an. Unsere Kita bietet verlässliche familienunterstützende und - ergänzende Angebote. Die Beteiligung und Mitbestimmung der Eltern sind uns sehr wichtig.
2. Was Sie über unsere Kita wissen sollten
2.1 Trägerstruktur
Die Kindertagesstätte unterliegt der Trägerschaft der evangelisch – lutherischen Kirchgemeinde Sondershausen-Stockhausen. Die Einrichtung gehört zusammen mit dem Haus 2 des Stadtteils Sondershausen/ Großfurra zum festen Bestandteil der christlichen Kirchgemeinde.
Träger der Kindertageseinrichtung
Evangelisch/ Lutherische Kirchgemeinde Sondershausen
Gottesackergasse 4
99706 Sondershausen
Geschäftsführende Pfarrerin: Viktoria Bärwinkel
Telefon: 03632/782387
Geschäftsstelle
Kreiskirchenamt Eisenach
Stregdaer Allee 6a
99817 Eisenach
Ansprechpartner: Katrin Meyer- Wuth
Tel.: 03691- 8830937
2.2 Geschichte des Hauses
Unsere Kindertagesstätte befindet sich in einem der ältesten Gebäude des Stadtteils Stockhausen. Zunächst diente es als Bürgermeisteramt, später wurde es als Schule und Wohnungen genutzt.
Um dem steigenden Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen Anfang der 80-er Jahre gerecht zu werden, wurde das Haus umgebaut und am 01.09.1981 als Kindereinrichtung eröffnet. Am 01.04.1991 übernahm die Evangelisch/ Lutherische Kirchgemeinde Sondershausen/ Stockhausen, damals noch bestehend aus zwei Häusern, die Trägerschaft der Einrichtung. Ab diesem Zeitpunkt begann auch unsere integrative Arbeit. Neue bauliche Vorschriften machten einen weiteren Umbau erforderlich und so konnten wir unsere Kita am 01.06.1996 nach 6 Monaten Umbauzeit wieder öffnen.
Am 01.02.1997 gründete sich unser Förderverein, der zum größten Teil aus Eltern und Mitarbeitern der Einrichtung besteht. Seit dem 01.12.1998 besitzen wir den Status einer „Integrativen Kindertagesstätte“.
2.3 Umfeld
Unsere Kindertagesstätte befindet sich in Sondershausen, im Ortsteil Stockhausen, unmittelbar neben der St. Mathias- Kirche. Der Ortsteil ist familienfreundlich und dörflich geprägt, umgeben von viel Natur (Stadtpark, Fluss Wipper, Frauenberg und Hammatal), die zu Beobachtungen und zahlreichen Wanderungen einlädt.
In der Nähe befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, ein Fitnesscenter, das „Haus der Kunst“, andere soziale Einrichtungen u.v.m. Verkehrstechnisch ist unsere Kita günstig zu erreichen, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Linienbus oder mit dem PKW. Vor und hinter der Kita befinden sich für Eltern und Gäste Parkmöglichkeiten.
2.4 Platzkapazität
Unsere Einrichtungen besuchen 75 Kinder, wobei 11 Plätze im Krippenbereich und 12 Plätze im heilpädagogischen Förderbereich vorgehalten werden.
2.5 Unser Team
In unserer Kita kümmert sich ein pädagogisches Team, bestehend aus Erziehern und heilpädagogischen Fachkräften um die Betreuung aller Kinder. Durch vielfältige Zusatzausbildungen einiger Kollegen können wir auf eine hohe Qualität unserer Arbeit setzen.
Wichtig ist, dass alle Mitarbeiter/Innen Hand in Hand arbeiten, damit eine kontinuierliche und auf die Kinder abgestimmte Betreuung gewährleistet ist.
Außerdem finden regelmäßig Teamberatungen für alle Mitarbeiter statt. Hier werden alle aktuellen Themen, die Vorbereitung verschiedener Angebote oder Projekte und konzeptionelle sowie inhaltliche Schwerpunkte besprochen.
Durch vielfältige Weiterbildungsangebote zu allen Bildungsbereichen, sowohl in als auch außerhalb der Kita entwickeln wir die pädagogische Qualität und Professionalität eines jeden Mitarbeiters stetig weiter.
Jährlich wird geschaut, an welcher Stelle ein Fortbildungsbedarf erkennbar ist. Die Leiterin recherchiert anschließend nach den geeigneten Möglichkeiten (z.B. In-House Seminar, Weiterbildungsangebot der Fachberatung des Jugendamtes, Weiterbildungsangebot der Diakonie).
Mit den Kolleginnen des Haus 2 erfolgt eine enge Zusammenarbeit. Der Austausch der beiden Leiterinnen, eine gemeinsame Planung von bestimmten Veranstaltungen im Jahresverlauf, die regelmäßige Teilnahme an Gottesdiensten und Andachten fördert den Zusammenhalt, den fachlichen Austausch und das Zugehörigkeitsgefühl.
Natürlich geben wir unsere Erfahrungen gern an Praktikanten weiter und freuen uns diesbezüglich über zahlreiche Anfragen.
2.6 Räumliche Gegebenheiten
Unsere Kita verfügt über eine pädagogische Nutzfläche von 188 m², welche sich auf 3 Etagen verteilt. Ein großes helles Treppenhaus bietet Zugang zu den einzelnen Ebenen der Kita.
Die Gestaltung der Räume spiegelt unser pädagogisches Grundverständnis wider. Wir bieten unseren Kindern helle, freundliche und kindgerecht gestaltete Räume, die ihnen vielfältige Anregungen und Impulse geben, sich in ihnen auszuleben und wohlzufühlen. Für alle Entwicklungsbereiche steht den Kindern ansprechendes und entwicklungsangemessenes Lern- und Spielmaterial zur Verfügung. Unsere Gruppenräume sind so eingerichtet, dass alle Lern- und Spielmaterialien jederzeit von den Kindern nutzbar und erreichbar sind.
Im Erdgeschoss der Kita befinden sich zwei Gruppenräume. Zwei große Flügeltüren ermöglichen eine Öffnung beider Räume zum Flur, so dass bei Andachten, Festen, o.ä. schnell und praktisch eine großzügige Raumgestaltung geschaffen werden kann.
Ein Sanitärbereich mit bedarfsgerechten Standards schließt sich dem Flurbereich an, welcher von beiden Gruppen der unteren Etage genutzt wird. Der Eingangsbereich unserer Kita ist einladend und hell gestaltet.
Des Weiteren befindet sich im Erdgeschoss unserer Einrichtung unsere Verteilerküche sowie ein Vorraum mit Lagermöglichkeiten für Kreativmaterial.
Die mittlere Etage der Kita bietet neben zwei Gruppenräumen weiteren Platz für einen Garderobenbereich und für das Büro der Einrichtungsleitung. Im linken Bereich der mittleren Etage befindet sich eine Gruppe mit einem dazugehörigen Sanitärbereich, welcher ebenfalls sehr hell und freundlich gestaltet ist.
Die Räumlichkeiten für unsere Krippenkinder finden im rechten Gebäudeteil der mittleren Etage Platz. Dort finden die Kleinsten im Alter von 0-2 Jahre einen liebevoll gestalteten Raum nach Ihren besonderen Bedürfnissen, einen separaten Schlafraum sowie ein Kinderbad.
Ein Gruppenraum, ein Therapie-, Sprach- und Bewegungsraum und ein Sanitärbereich für die Kinder der Altersgruppe 2- 3 Jahre befinden sich im Dachgeschoss unserer Kita. Die Kinder dieser Altersgruppe finden auf dieser Etage hervorragende Bedingungen vor, welche sich aus dem großzügigen Platzangebot durch die Nutzung des Sprach- und Bewegungsraumes ergeben. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihren Spielbereich zu wählen und profitieren somit durch ein zusätzliches Platzangebot.
Außengelände
Um unsere Kindertagesstätte herum erstreckt sich ein großzügiges Außengelände, welches den Kindern jeder Altersgruppe die Möglichkeit bietet, sich auszuprobieren, ihrem Drang nach Bewegung nachzukommen, ihre motorischen Fähigkeiten zu entwickeln, sich aber auch in Spielhäuschen oder unter Bäumen zurückzuziehen und ihren Spielideen freien Lauf zu lassen. Dabei legen wir sehr viel Wert darauf, dass die Kinder unterschiedlicher Altersgruppen ungestört spielen können aber trotz allem die Möglichkeit haben, sich mit Kindern anderer Gruppen zu treffen und gemeinsam ins Spiel zu kommen.
Ein separater Spielbereich gegenüber der Kita bietet jeder Gruppe die Gelegenheit, diesen für sich, tageweise oder auch länger uneingeschränkt zu nutzen.
2.6.1 Qualitätsstandards für die Gestaltung der Gruppenräume in unserer Kita
Bei der Gestaltung unserer Gruppenräume orientieren wir uns ausschließlich an den Bedarfen, Interessen und Besonderheiten der Kinder. Unsere Gruppenräume sind hell und freundlich gestaltet. Sie laden zum Spielen und Lernen ein und bieten den Kindern eine einladende Atmosphäre zum Wohlfühlen. Bei Allem, was sich in unseren Gruppen befindet, stellen wir uns die Fragen:
- Wie wirkt es aufs Kind?
- Welchen Mehrwert stellt dies für das Kind dar?
- Arrangiere ich etwas aus Deko- Zwecken? Wenn ja, ist dies geeignete Dekoration für Kinder (Farbe, Material…)?
- Sind alle Materialien für die Kinder erreichbar?
Dabei ist es hilfreich, sich in die Perspektive eines Kindes zu begeben, um wahrzunehmen, wir der Gruppenrum mit all seinen Einrichtungsgegenständen und Materialien auf Kinder wirkt.
Der Farbtupfer in jedem Gruppenraum sind die Kinder selbst!!!
Nach folgenden Kriterien sind unsere Gruppenräume eingerichtet:
Funktionalität:
- Flexibilität der Möbel durch Rollensysteme
- Einfaches Öffnen und Schließen aller Schrank- und Regaltüren sowie aller Schubfächer durch die Kinder ist sichergestellt
- Funktionalität aller Möbel ist sichergestellt, Defekte werden schnellstens behoben
Übersichtlichkeit:
- Die Räume zeichnen sich durch Übersichtlichkeit in Bezug auf Einrichtungsgegenstände und Materialien aus
- In jeder Gruppe befindet sich eine überschaubare und klar definierte Menge an Lern-, Bastel- und Spielmaterialien. Weniger ist mehr!
- Materialkästen sind eindeutig bestückt und durch Fotos, welche den Inhalt darstellen, gekennzeichnet
- Auf unseren Schränken wird nichts gelagert
- Bilder, Tafeln, Ämterpläne (Tischdienst etc.), Fotogalerien, Spiegel etc. befinden sich ausschließlich auf Kinderhöhe
Kindzentriert und -orientiert:
- Die Auswahl aller Lern-, Bastel- und Spielmaterialien ist dem Alter der Kinder der Gruppe zugeordnet. Ausnahmen bilden überschaubare Materialien, welche im Früh- oder Spätdient genutzt werden.
- Genügend Platz für das freie Spiel und Bewegen der Kinder durch Struktur und Übersichtlichkeit von Einrichtungsgegenständen und Material
Reizminderung:
- Auswahl harmonischer Farben, Abstimmung der Farben untereinander
- Überschaubares Angebot an Materialien
Ordnung und Sauberkeit:
Unsere Gruppen zeichnen sich durch ein besonderes Maß an Ordnung und Sauberkeit aus.
Durch die Bereitstellung eines Kellerraumes im Pfarramt besteht die Möglichkeit der Zwischenlagerung von Materialien in beschrifteten Kisten. In Absprache mit den Kindern können diese ausgetauscht werden, um den Kindern neue Anreize und Impulse zu geben.
2.7 Raumnutzungsplan
Gruppenraum EG links
Diese Gruppe wird von Kindern im Alter von 3 - 6 Jahren genutzt. Die großen Flügeltüren der Räume im Erdgeschoss ermöglichen die Öffnung der Gruppe bis hin in den Flurbereich. Aus diesem Grund bieten sich die beiden Räume im Erdgeschoss für Angebote, welche alle Gruppen der Einrichtung betreffen (Gesamtelternabende, Kinderandachten, Geburtstagskreise etc.), an.
Gruppenraum EG rechts
Auch dieser Gruppenraum verfügt über eine weit zu öffnende Flügeltür. Somit bietet sich den Kindern auch hier viel Raum für Spiel- und Lernangebote. In dieser Gruppe sind Kinder im Alter von 3-6 Jahren untergebracht.
Beide Gruppen nutzen einen gemeinsamen Sanitärbereich, welcher sich an den Spielflur anschließt. Dort befinden sie 6 Waschbecken, 3 eingehauste Kindertoiletten, ein Personalwaschbecken sowie einen behindertengerechten Pflegebereich.
Flurbereich EG
Durch die Öffnung der beiden angrenzenden Gruppenräume bietet der Flur sehr viel Platz für die Kinder. Gern wird dieser in den Spielzeiten als Erlebnisraum genutzt.
Gruppenraum OG links
Dieser Gruppenraum wird von Kindern im Alter von 3 - 6 Jahren genutzt. Ein angrenzender Sanitärbereich ermöglicht den Kindern einen direkten Zugang. Das Bad dieser Gruppe ist mit 5 Kinderwaschbecken, einem Personalwaschbecken, einer Personaltoilette und 3 eingehausten Kindertoiletten ausgestattet.
Gruppenraum OG rechts Krippengruppe
In dieser Gruppe sind die Kinder im Alter von 0- 2 Jahre untergebracht. Der angrenzende Schlafraum bietet den Kindern die Möglichkeit außerhalb des Gruppenraumes ungestört ihre Schlaf- bzw. Ruhezeit zu genießen.
Der angrenzende Sanitärbereich zeichnet sich durch einen geräumigen Wickelbereich mit genügend Verstaumöglichkeiten (Fächer für Windeln und Pflegeutensilien), einem Fäkalienbecken, einer Baby- und einer weiteren Kleinkindtoilette aus. Die geräumige Wickelkommode verfügt über eine kleine Treppe, welche den Kindern das Hinaufsteigen auf die Wickelfläche ermöglicht, und einen integrierten Badewanneneinsatz.
Gruppenraum DG links
Im Gruppenraum des Dachgeschosses werden die Kinder im Alter von 2-3 Jahren betreut. Durch den angrenzenden Bewegungsraum und der separaten Schlafnische bietet er besonders dieser Altersgruppe ausreichend Platz für Spiel und Bewegung. Durch die Öffnung der Gruppen- und Therapieraumtür erschließt sich für die Kinder eine weitere optimale Spielgelegenheit mit genügend Platz und Raum für Bewegung und Kreativität.
2.8 Öffnungszeiten
Unsere Einrichtung ist täglich von 6.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, wobei eine Kollegin im Frühdienst ab 6.00 Uhr die Kinder in Empfang nimmt. Die Zeit zwischen 7.30 Uhr und 15.30 Uhr stellt die Kernzeit der Betreuung der Kinder dar, so dass zu diesem Zeitpunkt der Großteil der pädagogischen Fachkräfte eingeteilt ist. Sogenannte Brückentage sowie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr organisieren wir gern in vorheriger Absprache mit den Familien unserer Kita als Schließtage. Sollte seitens der Eltern ein Betreuungsbedarf für einzelne Kinder signalisiert werden, so steht der Betreuung dieser Kinder in unserer Einrichtung oder in der Kita in Großfurra nichts im Wege. Für einen Fortbildungstag des gesamten Teams behalten wir uns ebenfalls einen Schließtag vor. Dieser wird rechtzeitig an die Elternschaft weitergegeben.
- Gesetzliche Rahmenbedingungen und Beitragsordnung
Folgende Gesetzlichkeiten bilden die Grundlage unserer Arbeit und finden sich ebenfalls in der Hausordnung unserer Einrichtung wieder:
- Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz (ThürKitaG)
- Thüringer Kindertageseinrichtungsverordnung (ThürKitaVO)
- Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)
- Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 18 Jahre
Beitragsordnung
Die Personensorgeberechtigten verpflichten sich mit einer Unterschrift auf dem so genannten Betreuungsvertrag den Elternbeitrag laut Beitragsordnung für den laufenden Monat und das Essengeld für den Vormonat zu bezahlen. Die Bezahlung erfolgt über eine Einzugsermächtigung des Bankkontos.
Der monatliche Elternbeitrag ist in allen Kindertagesstätten in Sondershausen gleich. So bezahlen Eltern für einen Ganztagsplatz ihres Kindes 190,- € und für eine Halbtagsbetreuung 120,- €. Sollte bereits ein älteres Geschwisterkind zeitgleich mit dem jüngeren Kind unsere Einrichtung besuchen, so verringert sich der monatliche Beitrag.
Für die Mittagessen des Kindes werden pro Tag 2,85 € berechnet. Weiterhin sind die Familien unserer Kita an einer Servicepauschale in Höhe von monatlich 8,80 € und einer Verpflegungspauschale in Höhe von monatlich 12,- € beteiligt.
4. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit
In unserer Einrichtung spielen und lernen gesunde Kinder und Kinder mit besonderen Entwicklungsbedarfen zusammen. Sie lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig zu helfen und einander zu achten.
Durch pädagogische Angebote in den unterschiedlichen Bildungsbereichen regen wir vielfältige Bildungsprozesse bei den Kindern an. Durch verschiedene Weiterbildungsangebote und Gesprächsrunden befinden wir Mitarbeiter uns in ständiger Auseinandersetzung mit unserem pädagogischen Alltag.
Die tägliche Arbeit mit den Kindern in unserer evangelischen Einrichtung ist begründet in der Zuwendung Jesu Christi zu den Kindern, im Auftrag der Nächstenliebe und im Auftrag zur Weitergabe des Evangeliums. Die Kinder stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen, wir nehmen sie als Subjekt in ihrer jeweiligen Lebenssituation wahr und beziehen sie als Familie stets in unsere Bemühungen mit ein. Wir achten die Einzigartigkeit und Einmaligkeit eines jeden Kindes und schätzen seine Individualität.
4.1 Aufnahmemodalitäten
Unsere Kindertagesstätte ist offen für jede Familie, unabhängig von ihrer religiösen Herkunft. Um sich in unserer Kita erfolgreich anzumelden, benötigen die Eltern für Ihr Kind eine Kita- Karte. Diese erhalten sie in der Stadtverwaltung Sondershausen. Die Kita- Leitung wird die Familien zu einem Aufnahmegespräch einladen, indem sie ihnen die Arbeit in unserer Einrichtung vorstellt und ihre ersten Fragen beantwortet. Gemeinsam besprechen wir den Betreuungsvertrag und weitere Formalitäten, die für die Aufnahme des Kindes notwendig sind.
Um jedem Kind den Start in unserer Einrichtung so angenehm wie möglich zu gestalten, bieten wir jeder Familie den Besuch unserer Spielstunde an. Bereits lange vor Aufnahme in unsere Kita kann man somit unser Haus und unsere pädagogische Arbeit kennenlernen. Unsere Spielstunde findet alle 14 Tage dienstags ab 15.00 Uhr statt. Unmittelbar vor der Aufnahme eines Kindes verabreden wir eine Eingewöhnung. Hiermit bieten wir sowohl den Eltern als auch den Kindern an, unser Haus, das Erzieherteam und auch schon die ersten Kinder der Gruppe kennenzulernen. Die positiven Erfahrungen während dieser Zeit werden sich entscheidend auf den gesamten Kindergartenbesuch sowie auf den Verlauf weiterer Übergänge (z.B. Eintritt in die Grundschule) auswirken. Schon aus diesem Grund messen wir der ersten Zeit bei uns große Bedeutung zu. Die Eltern können mithelfen, ihrem Kind einen guten Start zu ermöglichen, indem Sie das Eingewöhnungsangebot mit Ihrem Kind rege nutzen. Während dieser ersten Tage wird die Erzieherin den Eltern ein Gespräch anbieten, bei dem sie die Gewohnheiten und Besonderheiten des Kindes erfragt.
4.2 Gruppen- und Altersstruktur
Unsere Kindertagesstätte bietet Platz für 75 Kinder im Regelbereich als auch im heilpädagogischen Förderbereich. Die Kinder unserer Kita sind auf 3 Ebenen in 5 Gruppen untergebracht. Ab dem 3. Lebensmonat sind wir auf die Betreuung und Förderung der Kinder eingerichtet. In unserer Kindertagesstätte spielen und lernen gesunde Kinder und Kinder mit besonderen Entwicklungsbedarfen in den einzelnen Gruppen zusammen. Wir arbeiten mit einer festen Gruppenstruktur, welche jedoch je nach Alter, Entwicklungsstand und Interessen der Kinder bei den Spielangeboten auch durchmischt werden kann. Am Nachmittag haben alle Kinder die Möglichkeit gemeinsam gruppenübergreifend zu spielen. Unsere Struktur fördert Schutz und Zusammenhalt der Kinder und gewährleistet gleichzeitig, dass auch längerfristige Freundschaften gestärkt werden und Geschwisterkinder den Tag gemeinsam verbringen können.
4.3 Tagesgestaltung und Rituale
Der Tagesablauf in unserer Kita ist für die einzelnen Gruppen individuell nach den Bedürfnissen der jeweiligen Altersgruppe gestaltet. Jedoch dienen gewohnte Rituale der Orientierung und Strukturierung sowohl für die Kinder als auch für Eltern und Gäste der Einrichtung. Beim Tagesablauf achten wir auf Flexibilität und aktive Mitgestaltung durch die Kinder, das heißt dass trotz der bestehenden Struktur, die individuellen Bedürfnisse und aktuelle Geschehnisse Beachtung finden.
Rituale geben Kindern Sicherheit, Orientierung und Struktur. Wiederkehrende Abläufe wie der Morgenkreis, gemeinsame Kinderandachten, das Tischgebet, das Aufräumen oder bestimmte Begrüßungs- und Abschiedsrituale helfen den Kindern sich im Tagesablauf zurechtzufinden. Gerade für unsere Kleinsten, die noch neu in unserem Haus sind, geben Rituale ein Gefühl von Verlässlichkeit und Geborgenheit.
4.4 Gestaltung der Mahlzeiten und Gedanken zur gesunden Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für ein optimales Wachstum sowie die körperliche und geistige Fitness. Insbesondere Ernährungsgewohnheiten entwickeln sich in den Kindertagen. Um das Erlernen dieser Muster günstig zu beeinflussen, ist natürlich zunächst die Familie gefragt. Aber gleich neben der Familie sind wir als Kindertagesstätte der Ort, an denen ein Kind diese essenziellen Verhaltensmuster lernt. Uns ist es daher enorm wichtig, Kindern die Bedeutung einer gesunden Lebens- und Ernährungsweise zu vermitteln, ihnen mit gesunden, reichhaltigen und abwechslungsreichen Speiseangeboten, erste Qualitätsstandards zu bieten und somit die Entwicklung einer gesunden Ernährungsweise anzubahnen.
Da wir in unserer Kita besonders großen Wert darauflegen, dass alle Kinder gemeinsam und ungestört ihre Mahlzeiten einnehmen können, haben wir uns auf feste Zeiten für die Einnahme des Frühstücks, des Mittagessens und des Vespers entschieden. Aus diesem Grund sehen wir es als notwendig an, dass die Kinder, welche am Morgen an unserem gemeinsamen Frühstück teilnehmen möchten, pünktlich 7.45 Uhr in der Kita sind. Wir nehmen uns gern Zeit, gemeinsam mit den Kindern den Tisch ansprechend und liebevoll zu decken und uns somit in aller Ruhe auf die Mahlzeit vorzubereiten. Das Tischgebet spielt hierbei eine besondere Rolle. Das Mittagessen bekommen wir von der AWO „Küche mit Herz“ geliefert. Im regelmäßigen Austausch mit der Leitung und dem Küchenpersonal haben wir stets die Möglichkeit, Verbesserungswünsche oder Veränderungen des Speiseplans anzuregen.
Wir achten darauf, dass sich das Essen unserer Kleinsten aber auch der Kinder mit besonderen Förderbedarfen, entsprechend ihren persönlichen Bedürfnissen, vom Essen der größeren Kinder abhebt. So vereinbaren wir beispielsweise mit der Küche einen Austausch von Reis und Kartoffeln oder von Rohkost und gekochtem Gemüse.
Das Vesper für unsere Kita- Kinder wird in unserer Einrichtung taggleich und stets frisch zubereitet, wobei an 3 Tagen der Woche Mischbrot mit einem herzhaften Belag und an 2 Tagen ein süßes Vesper (Brot mit süßem Aufstrich oder Kuchen) angeboten wird.
Über den gesamten Tag hinweg stehen für alle Kinder ausreichend Getränke zur Verfügung.
4.5 Gesundheit und Körperpflege
Hygiene - und Gesundheitserziehung sind fest im täglichen Leben der Kinder verankert. Deshalb geschehen sie täglich und überall, sowohl in der Familie als auch in unserer Kindertageseinrichtung.
Unsere Aufgebe ist es, die Kinder an gesundheits- und hygienebewusstes Verhalten heranzuführen. Besonders im lebenspraktischen Bereich können die Kinder in unserer Einrichtung durch folgende Schwerpunkte profitieren:
- Hygienemaßnahmen vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen
- Gesundheits- und hygienefördernde Rituale
- Gesicht und Hände waschen und Zähne putzen nach dem Essen
- Haarpflege mit Kamm oder Bürste
- Tragen von Kleidung, die den Witterungsverhältnissen entspricht
- Erlernen von Ritualen: Handvorhalten beim Husten, Kopf abwenden beim Niesen und Nase putzen
- Anleitung zur Selbstständigkeit beim Toilettengang
Entsprechend dem Alter und der Entwicklung werden die Kinder unserer Kita bei der Bewältigung ihrer persönlichen Bedürfnisse begleitet, unterstützt oder zur Selbständigkeit motiviert.
Hygiene- und Gesundheitserziehung sind gemeinsame Aufgabe von Erzieherinnen und Eltern. Die Inhalte, die wir den Kindern in unserer Kindertagesstätte bieten, sprechen wir mit den Eltern genau ab, um somit eine Kontinuität und Verlässlichkeit bei der Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins zu erreichen.
Unsere Sanitärbereiche sind entsprechend den Bedürfnissen einer jeden Altersgruppe gestaltet. So befindet sich im Bad des Krippenbereiches neben einer kleinen Babytoilette, eine weitere Kindertoilette, ein großzügiger Wickeltisch mit integriertem Wanneneinsatz und Eigentumsfächer für jedes Kind sowohl auf die Größe der Kinder angepasste Waschbecken mit Spiegel. Für jedes Kind ist eine Hakenvorrichtung vorgesehen, an der sowohl Handtuch und Kamm ihren Platz haben. In Absprache mit den Eltern bahnen wir je nach Entwicklungsstand des Kindes die Sauberkeitserziehung an. Dafür steht jedem Kind ein persönliches mit Namen versehenes Töpfchen zur Verfügung. Die Waschräume der größeren Gruppen sind ähnlich gestaltet, natürlich entsprechend den Bedürfnissen dieser Altersgruppe. Die Nähe der Waschräume zu den Gruppenräumen ist stets nah gestaltet, so dass jedes Kind entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten, die Gelegenheit hat, selbständig den Waschraum aufzusuchen.
Im Erdgeschoss ist ein Sanitärbereich unter Berücksichtigung behindertengerechter Standards entstanden. Somit haben unsere Kinder mit körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit mit oder ohne Unterstützung eines Erwachsenen, seinen ganz persönlichen Bedürfnissen nachzukommen. Dieser Bereich zeichnet sich durch eine behinderten gerechte Dusche mit integrierten Duschsitz, einem Behinderten- WC, einer höhenverstellbaren Wickelliege und einem behindertengerechten Waschtisch mit Kippspiegel aus.
Einmal jährlich besucht der zahnmedizinische Dienst die Kinder der Kita – die Eltern werden über das Ergebnis der Untersuchung informiert. Außerdem besteht ein Kooperationsvertrag mit einer Zahnarztpraxis aus Sondershausen. Hier finden mehrmals jährlich Projekttage mit den Kindern zum Thema Zahnpflege statt. Der Zahnarzt versorgt unsere Einrichtung mit Zahnpflegeprodukten, so dass jedes Kind einen eigenen Becher, regelmäßig eine neue Zahnbürste und Zahnpasta bekommt.
Bei Krankheit eines Kindes erfolgt die Information der Eltern an die Kita. In unserer Einrichtung gilt das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Das heißt, Kinder, die an einer in § 34 IfSG genannten Krankheit erkrankt sind, dürfen die Kita nicht besuchen und erst wiederkommen, wenn ein Arzt bescheinigt hat, dass keine Infektionsgefahr besteht. Die Gabe von Medikamenten innerhalb der Betreuungszeit kann nur erfolgen, wenn die Eltern ihr Einverständnis dazu schriftlich erklären und/ oder wenn der Erzieherin eine ärztliche Verordnung für die Medikamentengabe vorliegt. Aus dieser muss klar hervorgehen, wann das Medikament gegeben werden muss und wie es dosiert wird. Im Betreuungsvertrag sind alle notwendigen Punkte zum Thema Krankheit zusammengefasst. Außerdem werden die Eltern im Aufnahmegespräch dazu belehrt.
Reinigung der Kita
Die Gruppenräume, Flure, Treppenhaus und Nebenräume werden täglich gereinigt (Teppichboden gesaugt, Fußböden gefegt und nass gewischt, Tische und Stühle abgewischt). Einmal in der Woche werden Schränke und Regale abgewischt. Die gesamten Spielsachen werden regelmäßig gewaschen und desinfiziert. Die Gruppenräume lassen sich ausreichend beleuchten, angemessen temperieren und belüften. Die Waschräume werden täglich nass gewischt, die Toiletten und Waschbecken täglich gereinigt.
4.6 Gestaltung Schlaf- und Ruhephasen
Nicht selten verbringen Kinder mehr Zeit im Bett, als sie tatsächlich Schlaf brauchen. Kein Wunder, wenn sie dann beim Zubettgehen quengeln oder sich mit dem Einschlafen schwertun.
Der kindliche Schlafbedarf insgesamt verringert sich mit zunehmendem Alter, bleibt aber auch weiterhin von Kind zu Kind verschieden. Ähnlich stellt sich dies auch beim Mittagsschlaf dar. Während einige Kinder den Mittagsschlaf nicht mehr brauchen, legen Andere mittags gerne nochmal ein Schläfchen ein.
Um in unserer Kita dem Schlaf- und Ruhebedürfnissen eines jeden Kindes gerecht zu werden, haben wir folgende Regelung getroffen.
Je nach Altersgruppe legen sich alle Kinder nach dem Mittagessen ab 12.00 Uhr (Krippenkinder) und 12.30 Uhr (ältere Gruppen) zu einer Mittagspause hin. Leise Musik oder Hörgeschichten helfen den Kindern beim Einschlafen oder beim Entspannen. Wichtig hierbei ist uns, dass jedes Kind die Möglichkeit bekommt, sich Auszuruhen, egal ob es nun einschläft oder nicht. Auch für unsere „Nichtschläfer“ ist eine halbe Stunde Pause unter dem Mittag wichtig. Diese können dann ab 13.00 Uhr leise aufstehen und zum „schlaffreien Angebot“ wechseln. Je nach Wetterlage findet dies draußen oder drinnen statt.
- Pädagogisches Grundverständnis
5.1 Unser Bild vom Kind
Jedes Kind ist von Geburt an, ein vollwertiger Mensch, mit einem für sich eigenen Entwicklungs- und Lerntempo. Das Kind ist selbständig tätig und erkundet sich selbst sowie die Welt, die es umgibt. Die Kinder werden in Ihrer Einzigartigkeit geachtet, jedes von ihnen soll sich angenommen fühlen, aber auch lernen, Grenzen zu akzeptieren. Wir nehmen die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder wahr und orientieren uns am Entwicklungsstand der Kinder, geben Impulse und begleiten unterstützend. Die Erzieher stehen den Kindern helfend zur Seite, Selbstvertrauen aufzubauen, ihren Platz und ihre Rolle in der Gesellschaft zu finden sowie ein aufgeschlossenes Verhältnis zur Natur zu entwickeln.
Als Erzieher bauen wir zu jedem Kind eine vertrauensvolle Beziehung auf, um ihnen das Gefühl von Geborgenheit, Angenommen sein und Wertschätzung zu geben. Bei der Gestaltung der vielfältigen Lern- und Erfahrungswelten legen wir besonderen Wert auf Beachtung der Individualität eines jeden Kindes.
Besonders wichtig bei unserer Arbeit ist uns die Selbsttätigkeit und Mitbestimmung der Kinder, da sie an unseren Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen jederzeit mit einbezogen sind. So lernen sie Verantwortung zu übernehmen und sehen sich als ernst genommener Partner in unserer Einrichtung.
5.2 Unser Verständnis von Bildung
Unsere Kindertagesstätte versteht sich als Bildungseinrichtung, in der die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleitet und unterstützt werden.
Wir sehen unsere wichtigsten Aufgaben darin, das Kind als seinen eigenen Lehrmeister wahrzunehmen, sich auch einmal zurückzuhalten, die Räume und das Umfeld stets so zu gestalten, dass Kinder Freiräume haben, sich entfalten und ausprobieren können.
Wir ermöglichen jedem unserer Kinder nach eigenen Neigungen und Fähigkeiten, die angebotenen Lern- und Bildungsmöglichkeiten zu nutzen. Etwas können zu wollen, etwas zu lernen und sich zu bilden – dies sind die ursprünglichen Interessen eines jeden Kindes. Wir sehen uns als Partner in ihrer Entwicklung und schaffen die Voraussetzungen, damit sich ihre Kenntnisse über die Welt stets erweitern. Wir schaffen die Bedingungen im Alltag und stehend helfend zur Seite, damit sich unsere Kinder kreativ ausleben können, ein aufgeschlossenes Verhältnis zur Umwelt und zur Natur entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft finden und einnehmen. Neugierde wecken, Aktivität fördern und der Kreativität freien Lauf lassen, verstehen wir als zentrale Aufgaben.
Bildung findet immer dann statt, sofern die Kinder ausreichend Sicherheit durch eine Bindungsperson, Anregungen durch Raum und Material, sowie Zuwendung und stete Kommunikation erhalten.
Erziehung, als Vorrausetzung zur Bildung, und die Bildung lassen sich als umfassende Prozesse der lebenslangen Entwicklung in der Auseinandersetzung mit sich und der (Um) -welt beschreiben. Wir Erzieher/Innen sind dafür da, die Voraussetzungen zu schaffen und die Impulse der Kinder wahrzunehmen.
5.3 Gendersensible Pädagogik
Wenn ein Mensch auf die Welt kommt, scheint das Geschlecht zunächst erst einmal nebensächlich zu sein. Aber spätestens im Kindergarten erleben Mädchen und Jungen, dass es unterschiedliche Vorstellungen von Geschlechterrollen gibt.
Wir als Pädagogen möchten den Kindern verdeutlichen, dass Fähigkeiten, Talente und Begabungen nichts mit dem Geschlecht eines Menschen zu tun haben. Erzieherinnen können ebenso gut Höhlen bauen und Erzieher sind im Erzählen von Märchen wahre Experten.
Und dennoch gibt es ganz klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern eines Menschen, welche sich nicht von der Hand weisen lassen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Mädchen und Jungen entsprechende Freiräume zu ermöglichen, wo sie jeweils unter sich sein können.
Mit dem Ansatz der gendersensiblen Pädagogik möchten wir die Kinder darin unterstützen, geschaffene Freiräume für sich zu nutzen, sich aber auch von Rollenbildern freizumachen und Hierarchien abzubauen. So schaffen wir in unserer Kita einen sicheren Rahmen, in dem sich Kinder, jenseits von Geschlechterstereotypen, chancengleich entwickeln können.
Alle Kinder können bei uns individuell und selbstbestimmt spielen und die Welt entdecken und das unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht. Mädchen und Jungen werden als gleichberechtigt anerkannt. Unsere pädagogische Arbeit ist geprägt von der Auffassung, dass jedes Kind, sowohl individuelle vom biologischen Geschlecht unabhängige als auch geschlechterspezifische Bedürfnisse hat. Im Kindergartenalltag soll es jedem Kind ermöglicht werden diese verschiedenen Bedürfnisse zu befriedigen. Um dies zu fördern, stellen wir vielfältige Angebote und Materialien zur Verfügung und gestalten unsere Räumlichkeiten so, dass viele Interessenbereiche der Kinder angesprochen und ausgelebt werden können. Häufig verfügen Jungs über einen besonders ausgeprägten Bewegungsdrang, Mädchen hingegen interessieren sich oft für Rollenspiele, die sie in unserer Verkleidungs- und Puppenecke ausüben können. Trotzdem ist jeder Raum ein Raum für alle, in dem jedes Kind seine individuellen Bedürfnisse stillen kann. Wir verstehen es als selbstverständlich, dass zum Beispiel auch ein Junge mit Puppen spielen und sich als Prinzessin verkleiden darf und Mädchen ebenfalls laut toben und in der Bauecke spielen können. Unsere Aufgabe ist es, zum einen die Interessen und Ressourcen beider Geschlechter pädagogisch aufzugreifen und zum anderen Stereotypisierungen entgegenzuwirken und ein vielfältiges Verhaltensrepertoire zu fördern. Unser Ziel ist es, Vorurteile und Schubladendenken nachhaltig abzubauen und einen Rahmen zu schaffen, in dem die individuelle Persönlichkeit des Kindes voll entfaltet werden kann. Unser pädagogisches Handeln wird von einem Bewusstsein darüber geleitet, dass jeder Mensch durch unterschiedliche Sozialisation und Erfahrungen geprägt ist. Die regelmäßige Reflexion des eigenen Verhaltens und der Austausch untereinander sind Grundlage für eine vorurteilsbewusste Pädagogik.
5.4 Eingewöhnung
Um den Kindern den Eintritt in unsere Kita so leicht wie möglich zu gestalten, verabreden wir zu Beginn der Kindergartenzeit eine Eingewöhnung. Im Regelfall planen wir dafür zwei Wochen. Die positiven Erfahrungen in dieser Zeit und darüber hinaus sind entscheidend für den gesamten Kita- Besuch, sowie für den Verlauf weiterer Übergänge (z.B. Eintritt in die Schule). Schon aus diesem Grund messen wir der ersten Zeit bei uns große Bedeutung zu. Die Eltern können mithelfen, dem Kind einen guten Start zu ermöglichen.
5.5 Beobachtung und Dokumentation
Kinder begreifen sich und die Welt ganzheitlich, d.h. sie lernen in einem komplexen Vorgang, in dem Denken, Fühlen und Handeln miteinander verschmelzen. Bildung wird vor allem als Selbstbildung verstanden. Das Kind entwirft von selbst und in Interaktion mit der Umgebung in einer ihm eigenen Art und Weise seine Welt. Unsere Aufgabe ist es, sich den eigenaktiven Bildungs- und Lernprozessen der Kinder durch Beobachtung und Dokumentation zu nähern, um so das Lernen besser wahrnehmen und verstehen zu können und in angemessener Weise zu unterstützen. Um kindliche Entwicklung zu dokumentieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
In unserer Kita haben wir uns für das Portfolio entschieden. Mit Hilfe dieses Instrumentariums ist es uns möglich:
- die Stärken und Kompetenzen eines jeden Kindes festzuhalten,
- unsere pädagogische Arbeit zu reflektieren,
- unsere pädagogische Qualität zu verbessern.
Das Portfolio gehört einzig und allein dem Kind. Es entscheidet, was in die Mappe kommt und wer Zugang zu ihr hat. Jedes Kind lernt frühzeitig mit seinem Portfolio zu arbeiten, sein Arbeitsergebnis auszuwählen und seinen Lernprozess selbst wahrzunehmen und einzuschätzen.
Am Ende der Kindergartenzeit wird das Portfolio an das Kind übergeben.
5.6 Entwicklungsgespräche
Im Gegensatz zu vielen anderen Gesprächen, die teils zwischen Tür und Angel stattfinden oder aber gezielt ein Problem ansprechen, bestehen die Ziele des Entwicklungsgesprächs in unserer Kita darin, sich über die Entwicklung des Kindes auszutauschen.
Dabei geht es nicht um einen Monolog, sondern um einen Dialog mit den Eltern.
Die Fachkraft sorgt dafür, dass dieses Gespräch in einem ruhigen Raum sowie in einer angenehmen Atmosphäre stattfindet. Beide Gesprächspartner haben sich im Vorfeld auf einen Termin mit einem entsprechenden zeitlichen Rahmen festgelegt und sind schriftlich (basierend auf Beobachtungen und Erfahrungen) auf das Gespräch vorbereitet. Die pädagogischen Materialien (z.B. Bastelergebnisse, Portfolio, Fotos, Ergebnisse aus Projekten oder Veranstaltungen), welche dem Kind gehören, können zum Gespräch hinzugezogen werden. Im Kita-Gesetz ist rechtlich verankert, dass mindestens einmal jährlich ein solches Entwicklungsgespräch durchzuführen ist und dieses schriftlich dokumentiert wird.
Für uns ist das Entwicklungsgespräch kein „Problemgespräch“ – Gesprächsinhalt ist die Entwicklung des Kindes.
Zeitlich orientieren wir uns häufig am Geburtstag des Kindes. Dass das Kind wieder ein Jahr älter geworden ist, ist ein guter Anlass, sich über die aktuelle Entwicklung des Kindes auszutauschen. Unsere Planung für die Gespräche kann somit schon längerfristig geführt werden.
- Die Umsetzung der Bildungsbereiche des Thüringer Bildungsplans
Der Thüringer Bildungsplan bildet die Grundlage unserer Arbeit. In seinem dreiteiligen Aufbau werden neben den erziehungswissenschaftlichen Grundlagen, 10 verschiedene Bildungsbereiche beschrieben. Alle Bildungsbereiche sind nicht voneinander losgelöst zu betrachten, sondern gehen ineinander über und ergänzen sich. Die Bildungsbereiche finden sich nicht nur in den gezielten Angeboten wieder, auch während aller Aktivitäten des gesamten Tagesablaufes sind die einzelnen Bildungsziele ersichtlich.
Bildungsbereiche
6.1 Sprachliche und schriftsprachliche Bildung
Sprache ist eine Grundbedingung des Zusammenlebens und durchzieht das kindliche Handeln überall und jederzeit. Unsere Kinder und auch wir Erzieher/ Innen sind auf die aktive Auseinandersetzung mit unserer Umwelt angewiesen. Diese Auseinandersetzung erfolgt über eine fortwährende nonverbale und verbale Kommunikation. In der Bildungs- und Erziehungsarbeit unserer Kita spielt der Bereich Sprache eine übergeordnete Rolle.
Eine der wichtigsten Methoden zur Entwicklung des Spracherwerbs stellt das kindliche Spiel dar. Besonders Rollen-, Handpuppen- und Stegreifspiele, Reime, Gedichte und auch Fingerspiele bieten grundlegende Anregungen und Möglichkeiten der Sprachanbahnung und -entwicklung. Gespräche im Morgenkreis und während der Mahlzeiten, das tägliche Vorlesen und das Hören von Geschichten sowie gezielte Spiel- und Sprachangebote zu interessanten Themen dienen sowohl der Förderung der Sprechfertigkeit als auch dem sprachlichen Austausch untereinander.
Bundesprogramm „Weil Sprache der Schlüssel der Welt ist“
Inj der Vergangenheit beteiligten wir uns als Schwerpunkt- Kita am Bundesprojekt „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, indem wir durch eine zusätzliche Fachkraft des Bereiches Sprache, noch intensiver für die Kinder unserer Kita Sprachförderung anbieten konnten. Leider ist dieses Programm zum Ende des Jahres 2024 ausgelaufen, was uns aber nicht davon abhält die Schwerpunkte des Programms in unserem pädagogischen Alltag fortzuführen.
Schwerpunkte des Programms
Alltagsintegrierte sprachliche Bildung
Kinder erlernen Sprache in anregungsreichen Situationen aus ihrer Lebens- und Erfahrungswelt. Alltagsintegrierte sprachliche Bildung orientiert sich an den individuellen Kompetenzen und Interessen der Kinder und unterstützt die natürliche Sprachentwicklung.
Wir nutzen den gesamte Kita-Alltag, um die Kinder in ihrer Sprachentwicklung anzuregen und zu fördern.
Zusammenarbeit mit den Familien
Eine vertrauensvolle und willkommen heißende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen uns pädagogischen Fachkräften und den Familien steht für uns an oberster Stelle. Sprachbildung beginnt bereits von Geburt an. Wir als Sprach- Kita beraten die Eltern, wie sie auch zu Hause ein sprachanregendes Umfeld schaffen können, stehen ihnen bei Fragen und Sorgen unterstützend zur Seite und geben Orientierungshilfe.
Eltern sind und bleiben die Expertinnen und Experten der Entwicklung ihrer Kinder.
Gelebte Erziehungspartnerschaft bringen auch Herausforderungen mit sich. Zusammenarbeit braucht viel Geduld und eine offene positive Haltung – sowohl von uns als pädagogische Fachkräfte, als auch von Seiten der Eltern. Dabei sind uns der regelmäßige Austausch mit den Familien, gegenseitiger Respekt und Empathie und eine kritische Selbstreflexion wichtig. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit erfordert viel Akzeptanz, wertschätzendes Interesse und Initiative.
Inklusive Pädagogik
Eine inklusive Pädagogik ermutigt Kinder und Erwachsene, Vorurteile, Diskriminierung und Benachteiligung kritisch zu hinterfragen sowie eigene Gedanken und Gefühle zu artikulieren. Dies bedeutet, sowohl den Gemeinsamkeiten und Stärken von Kindern Aufmerksamkeit zu schenken als auch Vielfalt zu thematisieren und wertzuschätzen.
Inklusive Pädagogik bezieht sich auf alle pädagogischen Handlungsfelder: die Gestaltung der Lernumgebung, die Interaktion mit Kindern, die Zusammenarbeit mit Familien und die Zusammenarbeit im Team.
Unser Leitziel ist es, die Kita als sicheren und anregenden Lernort zu gestalten, an dem es normal ist, dass alle verschieden sind. Die zusätzliche Fachkraft und die Fachberatung unterstützen in Zusammenarbeit mit der Kita-Leitung diesen Prozess.
6.2 Physische und psychische Gesundheitsbildung
Bewegung und Gesundheit sind Grundlagen kindlicher Bildungsprozesse und hängen eng miteinander zusammen. Beide Bereiche sind kaum voneinander zu trennen, da Gesundheit in hohem Maße von der Bewegung abhängig ist. So kommt auch in der täglichen Arbeit mit den Kindern in unserer Kita der motorischen und gesundheitlichen Bildung eine entscheidende Rolle zu.
Von frühester Kindheit an sind die körperliche Aktivität und die tägliche ausreichende Bewegung zentrale Bildungsaufgaben für uns. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Familien der Kinder ist bei diesem Bildungsbereich ein bedeutsamer Aspekt, weil die gesundheitliche Situation und körperliche Entwicklung eng mit dem Wissen, den Einstellungen und dem Verhalten ihrer nahen Bezugspersonen zusammenhängen.
Durch regelmäßige Sportangebote sowohl in unserer Kita als auch im nahegelegenen Fitnessstudio, altersgerechte Wanderungen und das Angebot ansprechender Materialien zur Entwicklung von Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen, bieten wir den Kindern Raum und Zeit ihrem Bewegungsbedürfnis nachzukommen, sowie ihre Motorik zu schulen. Dabei sind die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Entwicklung von Selbstvertrauen der Schlüssel zur Motivation. Positive Bewegungserfahrungen von klein auf sind ebenso wichtig, wie das sichere Gefühl für den eigenen Körper. Gleichzeitig lernen die Kinder mit ihren Spiel- und Sportkameraden in die soziale Interaktion zu gehen, als Team zusammen zu arbeiten, sich zu respektieren und aufeinander Acht zu geben.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, stets für ausreichend Freiraum und vielfältige Bewegungsmöglichkeiten zu sorgen – nur so können die Kinder ihre Fähigkeiten entfalten und erleben. Wir stehen heute immer mehr vor der Aufgabe, der mangelnden und einseitigen Bewegung entgegenzuwirken. Grundsätzlich gilt: Je vielfältiger die Bewegungsanreize, desto besser lassen sich Ausdauer, Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Geschicklichkeit schulen. Durch den Wechsel von Bewegung und Entspannung lernen die Kinder ihren Körper in Aktivität und Ruhe zu spüren. Regelmäßige Entspannung verbessert das Körperbewusstsein und die Kompetenz mit dem eigenen Körper umzugehen und die eigene Gesundheit zu fördern.
Ebenso wie im Bereich der Bewegung leisten wir in unserer Kita einen großen Beitrag zur gesunden Ernährung. So gehören wöchentliche Gesundheitstage mit einem gesunden Frühstück, zahnärztliche Gesundheitsvorsorge, Körperhygiene und -pflege sowie eine angemessene Atmosphäre beim Einnehmen der Mahlzeiten zu unserem Tagesprogramm.
Die Gestaltung der Essensituationen sehen wir als grundlegend für Beziehungserfahrungen. Die Kinder lernen, wie schön es sein kann, gemeinsam am Tisch die Mahlzeiten einzunehmen, selbstständig Menge sowie Häufigkeit der Portionen zu regulieren. Wir geben dabei Unterstützung und Orientierung und sorgen für vielfältige Geschmackserfahrungen.
In unserer Einrichtung gehören körperliche Bewegung, richtige Ernährung und Hygiene zusammen. Unsere Kinder sollen ab der Aufnahme in die Kita lernen, das bestimmte hygienische Regeln (z.B. vor dem Essen und nach dem Toilettengang die Hände zu waschen und sich zu den Mahlzeiten an den Tisch zu setzen) einzuhalten sind. Die Kinder entwickeln darüber hinaus ein Bewusstsein für Ordnung und Sauberkeit. Hierbei ist die Vorbildwirkung der pädagogischen Fachkräfte besonders wichtig.
6.3 Naturwissenschaftliche Erziehung
Mit allen Sinnen erschließt sich ein Kind seine Umwelt und es baut auf erste naturwissenschaftliche Erfahrungen und weiterführende Fragestellungen auf.
Besonders für naturwissenschaftliche und technische Abläufe lassen sich Kinder gern und leicht begeistern. Wir lassen die Kinder beobachten, erforschen, beschreiben, experimentieren und vergleichen. Sie erweitern damit ihre Handlungsmöglichkeiten. Naturwissenschaftliche Bildungsprozesse können sich aus jeder Naturbetrachtung, an jeder Alltagssituation und jeder Bewegung in der belebten und unbelebten Natur entwickeln.
Wir bieten den Kindern Gelegenheit, die Natur konkret zu erfahren. Dazu gehört u.a.:
- das Erleben des Wandels der Jahreszeiten,
- das Beobachten von Bäumen und Sträuchern,
- das gemeinsame Pflegen unseres Außengeländes
- Wanderungen, Wald- und Wiesentage
- Sowie das gemeinsame Tun und Erleben in unserem Schrebergarten
Beteiligung unserer Kita am Projekt „Vielfalt vor Ort erleben“
Seit 2021 beteiligen wir uns mit großem Engagement am Projekt „Vielfalt vor Ort begegnen“.
Mit Unterstützung des Projektes „Vielfalt vor Ort erleben“ haben wir zusätzlich ein naturbelassenes Grundstück erworben, welches einen weiteren Bildungsraum für uns darstellt. Einige Kinder unserer Kita haben, bedingt durch Ihre Wohnlage, ihrer besonderen Familienkonstellation oder aufgrund der Arbeitssituation der Eltern selten die Gelegenheit, frei und unbeschwert in der Natur zu toben, sich auszuprobieren und ein gesundes Selbstverständnis gegenüber den Tieren und Pflanzen in der Natur zu entwickeln. Zahlreiche Studien belegen, dass die Zeit, welche Kinder mit digitalen Medien verbringen, weit über die Zeit, die Kinder in der Natur verbringen, hinausgeht.
Der Aufenthalt an der frischen Luft fördert zudem nicht nur die Geschicklichkeit und Motorik der Kinder, sondern stärkt auch deren Immunsystem. Die Kinder erfahren, wie sich die Natur unter dem Einfluss der Jahreszeiten verändert, welche Kleidung bei unterschiedlichen Witterungen angemessen ist, erleben das Wachsen und Gedeihen und vieles mehr. Hierbei werden neben Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Phantasie auch das Bewusstsein für die Gesunderhaltung des eigenen Körpers entwickelt. Wir als Fachkräfte geben den Kinder Raum und Gelegenheit, sich in der Natur spielerisch und frei zu bewegen und regen durch ansprechende und motivierende Bildungsgelegenheiten die Neugier und Wahrnehmung mit all ihren Sinnen an. Die Kinder lernen Regeln für den Aufenthalt in der Natur kennen, entwickeln gemeinsame Absprachen und werden auf Gefahren in der Natur (giftige Pflanzen, Beeren usw.) hingewiesen.
Besonders im Hinblick auf unsere Förderkinder stellen wir uns hierbei der großen Herausforderung, geeignete Wege in der Natur zu wählen sowie Bildungsangebote zu setzen, die jedes Kind erreichen. Gerade behinderte Kinder, die über exemplarische oder komplexe Beeinträchtigungen verfügen, im Bereich ihrer kognitiven, motorischen und emotional/ sozialen Entwicklung erheblich eingeschränkt sind, vollzieht sich vorrangig das Lernen auf elementarster Ebene, über die Sinne. So erfahren sie, welche Gerüche und Geräusche es in der Natur zu entdecken gibt, welche Farben und Formen die Natur sein Eigen nennt und welche Strukturen und Oberflächen er zum Ertasten bietet. Der Aufenthalt in der Natur stellt somit für alle Kinder unserer Kita eine Bereicherung ihres Kita- Alltages dar und bietet jedem Kind zahlreiche und wertvolle Möglichkeiten voneinander zu lernen, neugierig zu sein und miteinander Spaß zu haben.
Unser Anspruch
Für eine gesunde Entwicklung aller Kinder setzen wir in unserer Kita auf eine hohe Qualität unserer pädagogischen Arbeit. Um all unsere Ziele bewusst zu verinnerlichen und nicht aus den Augen zu verlieren, haben wir im Vorfeld mit dem gesamten Team entscheidende Fragen/ Indikatoren entwickelt. Diese helfen uns Entwicklungsideen zu finden und dienen der Evaluation unserer pädagogischen Arbeit. Somit haben sich für uns folgende Fragestellungen ergeben:
- Haben wir bei der Planung der Aktivitäten die Interessen und Möglichkeiten aller Kinder berücksichtigt?
- Ermutigen die Aktivitäten alle Kinder zur Teilnahme und regen sie die Kommunikation untereinander an?
- Wirken die geplanten Aktivitäten vorurteilsbewusst?
- Können alle Kinder die Aktivitäten aktiv mitgestalten?
- Werden die Kinder in die Planung der Aktivitäten mit einbezogen?
- Erkennen wir die familiäre Vielfalt in unserer Kita als wahre Ressource an?
- Zeigen wir ehrliches Interesse für die unterschiedlichen Lebenslagen der Kinder und berücksichtigen wir diese bei der Gestaltung unserer pädagogischen Arbeit?
- Ermutigen wir die Kinder, sich gegenseitig zu achten, uns untereinander zu helfen und nehmen wir eine Vorbildrolle ein?
- Wenden die Kinder sich jederzeit an uns, wenn es Probleme oder Schwierigkeiten gibt?
Der Blick auf das Kind stellt dabei jedoch nur einen Teil unseres pädagogischen Selbstverständnisses dar. So berücksichtigen wir nicht nur die individuellen Lebens- und Familienstrukturen, sondern beziehen die Eltern/ Sorgeberechtigten durch Transparenz und Offenheit in unser tägliches Tun mit ein. Dies gelingt nur, wenn wir uns folgende Fragestellungen bei all unseren pädagogischen Bemühungen stets vergegenwärtigen:
- Kommunizieren wir mit unseren Familien unser Verständnis von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung?
- Begegnen wir allen Familien mit gleichem Respekt?
- Gelingt es uns, alle Familien über unsere Vorhaben und Aktivitäten zu informieren?
- Beziehen wir alle Familien in konzeptionelle Aspekte ein und informieren sie über unsere pädagogischen Ziele?
- Nehmen wir die Sorgen aller Eltern ernst?
- Sind unsere Aktivitäten so angelegt, dass alle Familien daran teilnehmen können?
Wir sind uns bewusst, dass sich diese Indikatoren/ Fragestellungen jederzeit verändern können bzw. ergänzt werden müssen. Des Weiteren werden einige Fragen je nach Projektphase mal mehr und mal weniger in den Vordergrund rücken. Was aber verlässlich und konstant sein wird, ist die Tatsache, dass sie uns über das gesamte Projekt und darüber hinaus, Grundstein und Zielrichtung bei der Umsetzung unserer Projektideen sein werden.
6.4 Mathematische Bildung
Die Mathematik ist ein grundlegender Teil unserer Kultur und bietet Lösungen für praktische Probleme des Alltags.
Mathematische Bildungsprozesse umfassen weitaus mehr als nur das Zählen und Rechnen, sondern sind an ganzheitliche Prozesse und Abläufe gebunden. Durch anregungsreiche Umgebungen bzw. strukturierte und unstrukturierte Materialien bekommen Kinder Gelegenheit zum Ausprobieren, Entdecken und Verändern.
In alltäglichen Situationen bieten wir den Kindern Raum und Zeit:
- mathematische Sachverhalte zu erschließen,
- Vergleiche anzustellen,
- mathematische Muster kennen zu lernen,
- Regelmäßigkeiten zu erkennen
- sowie ein erstes Gefühl für Zahlen und Formen zu entwickeln.
6.5 Musikalische Bildung
Musik ist ein bedeutsames Kommunikations- und Ausdrucksmittel, bereitet Freude und ermöglicht vielfältige ästhetische Erfahrungen. Beim Musizieren entwickelt das Kind eine Feinheit im Gehör und die Beherrschung der eigenen Stimme. Es ist vielfältig nachgewiesen, dass Musik die kindliche Intelligenz fördert und eine innere Ausgeglichenheit stärkt. Musik begleitet uns in unserer Kita während des gesamten Tagesablaufes durch Lieder, Finger-, Kreis- und Bewegungsspiele. Beim Singen und Musizieren, Bewegen und Tanzen erleben sich die Kinder in der Gemeinschaft. Durch den Einsatz Orffscher und selbst gebastelter Instrumente bekommen die Kinder Gelegenheit die vielfältige Klangwelt zu erforschen, bzw. erste Klang- und Rhythmuserfahrungen zu machen.
Ein wichtiger Partner bei der Förderung der musikalischen Bildung der Kinder ist für uns die Musikschule des Carl Schröder Konservatoriums. Die Kinder unserer Kita haben die Möglichkeit an der musikalischen Früherziehung durch eine Fachkraft des Carl Schröder Konservatoriums teilzunehmen.
6.6 Künstlerisch- ästhetische Bildung
Künstlerisch- gestaltend tätig sein, ist das Bedürfnis eines jeden Kindes.
Die Möglichkeiten des eigenständigen Schaffens entwickeln sich mit den geistigen, körperlichen und sinnesbezogenen Fähigkeiten des Kindes in vertrauensvollen Beziehungen und in der Auseinandersetzung mit der Umgebung. Über das Malen, Zeichnen, Kleistern, Kleben und Schneiden drückt das Kind seine Emotionen aus und stellt somit die Welt aus seiner Sicht dar.
Die Kinder erfahren, dass sie durch ihr eigenes Tun zu einem Ergebnis gelangen, identifizieren sich mit ihrem Werk und entwickeln Stolz, Selbstbewusstsein sowie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Durch ansprechendes kindgerechtes Material und entsprechende Werkzeuge, lassen sich Kinder sehr gut zu künstlerischen Tätigkeiten animieren und zum Ausprobieren und Experimentieren anregen.
In unserer Kita wird jegliches Material, was Kinder zum Basteln und Gestalten benötigen zu jeder Zeit griffbereit gelagert. Die Kinder in unserer Kita haben täglich die Möglichkeit durch Ausprobieren verschiedener Materialien unterschiedliche Erfahrungen zu machen und dabei eigene Strategien zu entwickeln. Ganz wichtig ist uns, dass jeder nach seinen eigenen Stärken gestaltet und dies wird anerkannt und wertgeschätzt.
6.7 Philosophisch- weltanschauliche Bildung
Argumentieren können, kritisch und logisch Denken, ein Gefühl für Freiheit und Gerechtigkeit sowie eine persönliche Einstellung zum Sinn des Lebens zu entwickeln, all dies sind Dinge, die wir im späteren Leben brauchen und mit denen sich auch schon Kinder auseinandersetzen.
Wir möchten die Kinder unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, sich positionieren zu können, möchten sie anregen philosophische Gespräche zu führen, um somit Vorstellungen und Bilder von der Welt zu entwickeln.
Kinder beschäftigen sich mit Fragen wie, „Was ist ein Freund?“, „Darf ich anderen wehtun?“ „Was passiert mit meiner Katze, wenn sie stirbt?“ Wir bieten ihnen vertrauensvolle Beziehungen, um diese Fragen stellen zu können.
Wir befähigen die Kinder durch vielfältige Bildungsangebote, ihren Lebensort und ihre Beziehungswelt aktiv mitzugestalten und Respekt und Achtung zu entwickeln.
Philosophisch- weltanschauliche Bildung schließt neben dem Interesse an der Philosophie auch das Interesse an Wissenschaft und Kunst ein. Kinder versuchen, Erfahrungen zu akzeptieren, zu interpretieren, zu speichern und zu vermitteln.
In enger Verbindung mit unseren religionspädagogischen Bildungsschwerpunkten stehen in der täglichen Arbeit folgende Themen im Vordergrund:
- Würde und Stolz
- Verständnis, Achtung der anderen und Respekt
- Normen und Werte
- Identität und Sinn
6.8 Religiöse Bildung
Kita bedeutet für jedes Kind in einer größeren Gemeinschaft zu leben, in der alle gleiche Rechte und auch Pflichten haben. Die Kinder erfahren sich als ein Teil dieser Gemeinschaft, unabhängig von ihrem Aussehen oder von ihrem Können. Gegenseitige Akzeptanz und Toleranz sind wichtige Voraussetzungen im täglichen Umgang miteinander.
Das eigenständige Bearbeiten eines Konfliktes, das Anerkennen von Rechten und das Wertschätzen von Normen und Regeln lernen die Kinder in nahezu allen tagtäglichen Situationen.
Bewusste Rituale und christliche Feste stellen einen integralen Bestandteil bei der Gestaltung unserer pädagogischen Arbeit dar. Wir geben den Kindern Anregungen zur Auseinandersetzung mit Fragen des Lebens und des Glaubens, begleiten jedes Kind auf seinem Weg zur Selbstbestimmung und Gemeinschaftsfähigkeit und unterstützen es bei der Verknüpfung biblischer und persönlicher Erfahrungen. Das christliche Menschenbild ist für uns nichts Fertiges und Abgeschlossenes, es bietet jederzeit Anlass, immer wieder neue Aspekte und Sichtweisen kennen zu lernen.
Unser religionspädagogischer Bildungsauftrag
In unserer täglichen Arbeit leiten wir die Kinder dazu an, unterschiedliche Sichtweisen Anderer zu respektieren und sie als Grenzen anzuerkennen. Wir unterstützen die Kinder bei der Entwicklung von Gottvertrauen. Dabei steht der Segen Gottes stets im Mittelpunkt. Die Kinder erleben, dass Gott schützend seine Hände über uns hält, uns begleitet und in schwierigen Situationen ein vertrauensvoller Partner ist.
Unsere religiösen Angebote betrachten wir nicht als einen gesonderten Auftrag, sondern sind Teil und Grundlage aller unserer Bemühungen.
Religiöses Erleben fördern wir durch das Mitgestalten von religiösen Bräuchen, das gemeinsame Erfahren der Kirchräume, das Beten oder Singen, das Erleben von Stille und das Begegnen mit Personen, wie dem Pfarrer oder der Gemeindepädagogin.
Die Kinder lernen, andere Menschen, Kulturen, Religionen und Traditionen wertzuschätzen, Fremdes anzuerkennen und zu respektieren.
Das Erzählen biblischer Geschichten, Gespräche über Gott und die Welt, Rituale und Gebete sowie Feste und Feiern des Kirchenjahrs sind feste Bestandteile, die uns das gesamte Kindergartenjahr begleiten.
Im Rahmen dieser Zielsetzung sind wir bestrebt regelmäßig Projekte mit einer Förderung zu erhalten, um neue Materialien, Literatur und CD anschaffen zu können.
Die Kita versteht sich als aktiver Teil der Kirchengemeinde. Viele Kinder sind in dieser oder in anderen Gemeinden getauft. Die Taufe ist auch ein Versprechen der Gemeinde für die Kinder da zu sein, ein Stück davon wird durch unsere evangelische Einrichtung eingelöst.
6.9 Medienbildung
Kinder beschäftigen sich bereits im frühen Alter mehr denn je mit unterschiedlichsten Medien und setzen sich somit intensiv mit ihrer Umwelt auseinander. In diesem Konstrukt eignen sie sich vielfältige Kompetenzen für einen kritisch- konstruktiven Medienumgang an.
Kinder nutzen Medien in ihrem Alltag bereits vermehrt, wachsen mit ihnen auf und durchschauen ihr Wesen. Der Umgang mit unterschiedlichen Medien erscheint für Kinder als selbstverständlich.
Trotz aller Leichtigkeit, mit der Kinder im Umgang mit unterschiedlichen Medien an den Tag gehen, sollte die Handhabung, die zeitliche Nutzung und der zielgerichtete Einsatz gut durch Eltern und Betreuungspersonal gesteuert werden.
Wir bieten den Kindern in unserer Kita einen Handlungsraum, indem sie Medienerfahrungen (durch den Einsatz von Büchern, Zeitschriften, Katalogen, Spielcomputer, teilweise auch Laptop) sammeln können und sich darüber mit anderen Kindern oder Erwachsenen austauschen können. Dabei berücksichtigen wir individuelle Erfahrungen, Interessen und Vorkenntnisse der Kinder.
Einen weiteren Aufgabenschwerpunkt sehen wir in der Sensibilisierung bezüglich von Gefahren, welche der Einsatz von modernen Medien mit sich bringt. Das Sich- Bewegen, besonders in der Welt der digitalen Medien, ist nicht immer klar zu durchschauen.
Der Umgang mit Medien bedarf Regeln und klaren Absprachen. Wichtig ist, dass Kinder mit den Medien verschiedene Bildungsbereiche durchlaufen. Wir begleiten sie dabei: bei der Sprache, bei der Kreativität, bei dem konzentrierten Denken miteinander, beim Reden.
6.10 Zivilgesellschaftliche Bildung
Kinder gestalten schon von klein auf, entsprechend ihrer Möglichkeiten, ihr Leben eigenverantwortlich mit. Dabei stehen die Schaffung gerechter sozialer Beziehungen, der nachhaltige Umgang mit der Natur sowie die Teilhabe an Entscheidungsprozessen im Mittelpunkt. Die Fähigkeit der alltäglichen Interaktion mit der Gesellschaft ist eine Voraussetzung für jeden aktiven, engagierten und toleranten Menschen.
Um Kindern zu ermöglichen, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten und die Gesellschaft weiterzuentwickeln, benötigen sie zivilgesellschaftliche Bildung. Um diese herauszubilden, bekommen unsere Kinder die Möglichkeit zur Selbstbestimmung, Beteiligung und Mitverantwortung. Sie werden von uns positiv bestärkt, eigene Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen gemeinsam beschlossener Regeln lassen wir Freiräume zu, stehen aber immer als Kommunikationspartner zur Seite.
Kinder können vor allem dann Verantwortung lernen, wenn sie die Möglichkeit bekommen, Aufgaben zu übernehmen und diese auch zu reflektieren.
- Der Übergang zur Grundschule
Der Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule stellt eine der ersten und wichtigsten Veränderungen im Leben eines Kindes und seiner Familie dar. Er gilt als zentrale Umbruchssituation im Kindesalter und bedarf einer sensiblen Vorbereitung. Der weitere Bildungsweg eines Kindes kann hier maßgeblich beeinflusst werden.
Für uns und alle am Übergangsprozess Beteiligten sind die Vorschulkinder etwas Besonderes. Im letzten Kindergartenjahr legen wir hohen Wert darauf, durch verschiedene Angebote und Projekte die Lust und Neugierde eines jeden Vorschulkindes auf die Schule zu wecken. Wir möchten, dass die Kinder selbstbewusst und sicher den Weg in die Grundschule antreten. In Vorbereitung auf den Schuleintritt legen wir besonderes Augenmerk auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen und Stützfunktionen im Lernprozess wie Ausdauer, Konzentration, Neugierde und Freude am Lernen.
Durch folgende Aktivitäten versuchen wir den Übergang für die Kinder interessant und hilfreich zu gestalten:
- regelmäßig geplante „Vorschulangebote“ finden zu festen Zeiten im Tagesablauf der Kinder statt und helfen ihnen sich auf diese einzulassen
- Gestaltung der Vorschulangebote erfolgt nach „unterrichtsähnlichen“ Strukturen
- verschiedene Projekte bereiten Kinder auf den Übergang vor (Mein neuer Schulweg. Was wird mir möglicherweise auf meinem neuen Schulweg begegnen? Werde ich öffentliche Verkehrsmittel benutzen müssen? Etc.)
- Die Vorschulkinder nehmen zusätzlich an extra für sie organisierten Ausflügen teil (z.B. Theaterbesuche, Stadtführungen, Rückenschule, Verkehrserziehungsprojekte etc.).
- Die Vorschulkinder übernehmen weitere Verantwortung im gesamten Tagesablauf, u.a. bei der Wahrnehmung von Pflichten, Aufgaben und Diensten.
- Eine Kindergruppe gestaltet das jährliche Krippenspiel, welches am Heiligen Abend aufgeführt wird.
- Gemeinsame Projekttage mit der Franzbergschule (Faschingsfeier, Sportfest) erleichtern den Kindern auf spielerische Art und Weise das Kennenlernen der neuen Schule, der LehrerInnen und der MitschülerInnen.
- Der Besitz einer eigenen Vorschulmappe (Federmappe und Vorschulbuch) erfüllt die Kinder mit Stolz und erhöht das Verantwortungsbewusstsein für Ordnung und den sorgfältigen Umgang mit den eigenen Materialien.
Wir sind bestrebt, durch die genannten Maßnahmen die Kinder im letzten Jahr für die bevorstehende Zeit in der Schule stark zu machen und deren Selbständigkeit zu fördern. Im Juni/Juli findet dann unsere Abschlussfahrt der Vorschulkinder statt. Anschließend erfolgen die feierliche Übergabe der Zuckertüten des Zuckertütenbaums, die Aufführung eines kleinen Programms und die Verabschiedung von allen Freundinnen und Freunden sowie den Erzieherinnen der Kita. Dazu sind die Familien der Vorschulkinder herzlich eingeladen. Diese Tradition bildet einen besonderen Höhepunkt im Leben unserer Vorschulkinder.
- Beteiligung und Beschwerde in unserer Kindertagesstätte
Um die Qualität der Betreuung und Erziehung der Kinder in unserer Kita zu sichern und damit verbunden die Rechte aller Kinder und Eltern zu wahren, haben wir ein Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren entwickelt. Es soll sicherstellen, dass alle Eltern, Kinder und Mitarbeitende in die Entscheidungsprozesse der Kita eingebunden sind und dass es Mechanismen gibt, um Unzufriedenheit oder Konflikte auf angemessene und faire Weise zu lösen.
Um ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Kita, Familien und Kindern zu fördern, beziehen wir alle Beteiligten in wichtige Entscheidungsprozesse unserer Einrichtung mit ein.
Beteiligung findet auf unterschiedlichen Ebenen statt:
Elternvertretung
Alle zwei Jahre wählen die Eltern unserer Kita aus jeder Gruppe zwei Vertreter in den Elternbeirat. Diese Vertreter pflegen einen engen Kontakt zu der gesamten Elternschaft der Kita und zu uns Mitarbeitenden, um somit die Möglichkeit zu haben, Anliegen aller Eltern zu vertreten, Ideen einzubringen und über Entscheidungen zu beraten. Die Elternvertretung trifft sich eigenständig und in regelmäßigen Treffen (mindestens 2 x pro Kita- Jahr) mit der Leitung.
Elterngespräche
1 x jährlich bieten wir den Eltern ein Entwicklungsgespräch für ihr Kind an. Dabei besprechen wir sowohl Stärken und Entwicklungsbedarfe ihrer Kinder und geben Hinweise zur gemeinsamen Förderung und Erziehung der Kinder. Der Beantwortung aller Fragen der Eltern wird in diesen Gesprächen besonders viel Zeit und Raum gegeben.
Partizipation/ Kinderrat
„Kinder erleben zu lassen, dass sie gefragt und eingebunden sind, dass ihre Meinung zählt und ihr Mitentscheiden wirklich gewollt ist, befähigt sie zu einem demokratischen Lebensstil“ (Zitat aus dem Thüringer Bildungsplan).
Mit Beteiligen meinen wir in unserem Haus mehr als nur das freundliche Zuhören oder Aufnehmen der Kinderwünsche bei der Wahl des Spielzeugs. Beteiligung ist ein Prozess und ist nie abgeschlossen. Wir erleben, dass das Verinnerlichen der Beteiligung der Kinder eine Haltungsfrage eines jeden Mitarbeiters ist und in den Köpfen beginnt. Eine dialogische und partnerschaftliche Haltung bildet hier die Basis.
Wir haben uns in unserer Einrichtung auf folgende Verfahrensweisen und Handlungsabläufe geeinigt, um die Rechte der Kinder immer im Blick zu haben:
- Kinder haben die Möglichkeit sich frei zu äußern und mit jeder/m Mitarbeiter/In das Gespräch zu suchen
- Kinder übernehmen Verantwortung (automatisch gibt die Erzieherin/ der Erzieher von ihrer Macht etwas ab)
- Die Kinder können sich entsprechend ihres Alters und ihrer Entwicklungsbesonderheiten frei bewegen (z.B. Gang zur Toilette, bei den Mahlzeiten, auf dem Spielplatz, in den Fluren…)
Wesentliche Prozesse, welche unseren Kita- Alltag entscheidend gestalten und prägen, werden durch unser Team beleuchtet und bewusst analysiert. So beschäftigen wir uns beispielsweise mit folgenden Schwerpunkten:
- Gestaltung der Mahlzeiten
- Auswahl des Mittagessens
- Gestaltung der Spielsituation
- Gestaltung der Ruhephase in den älteren Gruppen
Die Beteiligung von Kindern und die Möglichkeit, Beschwerden zu äußern, sind entscheidende Elemente für eine gesunde und demokratische Kita-Umgebung.
Eine offene und respektvolle Kommunikation ist uns ebenso wichtig wie der liebevolle und wertschätzende Umgang miteinander. Wir achten darauf, den Kindern zuzuhören, ihre Anliegen ernst zu nehmen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Jedes Kind unserer Kita soll sich frei fühlen, seine Gedanken und Gefühle zu äußern. Um die Kinder aktiv in unseren Kita- Alltag einzubeziehen, binden wir sie bei der Planung von Aktivitäten oder anstehenden Veränderungen (Gestaltung Gruppenraum oder Spielplatz, Auswahl von Spiel- und Lernmaterialien usw.) mit ein.
Ein von den Kindern gewählter Kinderrat trifft sich regelmäßig mit einer festen Vertrauensperson und der Einrichtungsleitung und bringt Wünsche, Anregungen aber auch Beschwerden aus den Reihen der Kinder mit. Gemeinsam versuchen wir Argumente zu sammeln, abzuwägen und konstruktive Lösungsansätze zu finden. Die Aufgabe des Kinderrates besteht zusätzlich darin, die Ergebnisse unserer Treffen an die Kinder der Kita weiterzugeben und zu vertreten.
Transparenz und Informationsweitergabe
Uns ist es wichtig, dass alle Familien und Mitarbeitende unserer Kita immer rechtzeitig und umfassend über alle anstehenden Projekte, Vorhaben, konzeptionelle Belange und Veränderungen informiert sind. Nur so können wir eine aktive Beteiligung Aller absichern. Dazu nutzen wir sowohl kurze Elterngespräche als auch Eltern- und Infoveranstaltungen, Aushänge in der Kita oder Informationen über die Care- Kita App.
Dort, wo viele Menschen miteinander in Kontakt treten, mitgestalten und aktiv werden wollen, gibt es unweigerlich auch Konflikte und Unstimmigkeiten. Uns ist es wichtig, dass alle Beteiligten die Möglichkeit haben, ihre Sorgen, Unzufriedenheiten und Verbesserungsvorschläge anzubringen. Wenn erwünscht kann dies auch anonym geschehen. In einem klaren, für alle verständlichen und nachvollziehbaren Prozess, haben wir für unsere Kita ein Beschwerdeformular entwickelt, welches den Eltern auf einfache und unkomplizierte Art und Weise die Gelegenheit bietet, auf Probleme aufmerksam zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, auf Missstände hinzuweisen oder Kritik zu üben, sondern eine präventive Fehlerkultur aufzubauen, bei der Probleme angesprochen werden dürfen/ können.
Als Ansprechpartner stehen dabei den Familien alle Mitarbeitenden der Kita aber in besonderem Maße die Kita- Leitung und eine feste Vertrauensperson aus dem Kita- Team zur Verfügung.
Wir nehmen die Beschwerden der Familien ernst und prüfen sie. In einem weiteren Schritt suchen wir Lösungen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation und geben in jeden Fall eine Rückmeldung an die Elternschaft. Dabei setzen wir auf eine zügige und faire Klärung.
9. Bei uns lernen Kinder mit und ohne besondere Förderbedarfe zusammen
Mit der Eröffnung unserer Kindertagesstätte unter der Trägerschaft der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Sondershausen/Stockhausen begannen wir auch mit der integrativen Arbeit und konnten in den zurückliegenden Jahren vielfältige Erfahrungen sammeln.
Unser Anliegen ist es, eine gesellschaftliche Norm anzustreben, in der es selbstverständlich und alltäglich ist, mit Menschen mit all Ihren Verschiedenheiten und Behinderungen zu leben und sie mit ihrem „Anders sein“ zu akzeptieren.
Für diesen selbstverständlichen Umgang zwischen Menschen mit und ohne besondere Förderbedarfe gibt es letztendlich nur eine Möglichkeit des Lernens, nämlich die alltägliche Begegnung von Kindheit an.
Die Arbeit mit Kindern mit besonderen Förderbedarfen und deren Eltern eröffnet uns neue und vielfältige Erfahrungsebenen, die weit über das persönliche Schicksal der zu Betreuenden hinausgehen. Die Mitarbeit in unserer Integrativen Kindertagesstätte erfordert Persönlichkeiten, die bereit sind, Veränderungen ihres eigenen Selbstverständnisses aufgrund neuer Erfahrungen zu begrüßen. Neben pädagogischem Fachwissen sind vor allem menschliche Kompetenz und das Bewusstsein für eigene Stärken und Schwächen wichtig. Sozialpolitisches Denken und Handeln über die Einrichtung hinaus ist gefragt, denn die Mitarbeiter/Innen prägen die Haltung ihres gesellschaftlichen Umfeldes in besonderem Maße mit.
Als Mitarbeiter/Innen unserer Integrativen Kindertagesstätte haben wir die Chance, alle Kinder gemeinsam zu erziehen. Das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen von Kindern und Erwachsenen vollziehen sich in einem Prozess des „gemeinsamen Tuns am gemeinsamen Gegenstand“, im gegenseitigen Geben und Nehmen sowie Lernen und Erfahren. In einer Atmosphäre, in der individuelle Stärken und Schwächen akzeptiert und Anstoß für engagierte, selbständige Lernprozesse werden, können sich partnerschaftliche Beziehungen, Kreativität und Lernfreude entwickeln. Diese fundamentalen Qualifikationen benötigen alle Kinder für die Bewältigung von Alltag und Zukunft. Die Entwicklung und Förderung dieser Prozesse gehören zu den spannenden Aufgaben integrativer Arbeit.
9.1 Grundlegendes zur Gestaltung der heilpädagogischen Arbeit
9.1.1 Die Platzzuweisung und Aufnahme in unsere Kita
Die Platzzuweisung für Kinder mit besonderen Förderbedarfen, geschieht durch das örtliche Sozialamt auf der Grundlage eines amtsärztlichen Gutachtens und des Antrages der Eltern auf Eingliederungshilfe. Der Träger der Einrichtung erhält für den behinderungsbedingten Mehraufwand einen Vergütungssatz. So wie im Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz geregelt, haben auch Eltern eines behinderten Kindes, im Rahmen freier Kapazitäten, das Recht, zwischen den verschieden Kindertageseinrichtungen sowie den unterschiedlichen Angeboten zu wählen. Die gesamte Familie und die positive Entwicklung des Kindes werden dabei immer im Vordergrund stehen.
Die Eingewöhnungsphase ermöglicht ein langsames Hineinwachsen des Kindes in die heilpädagogische Förderung und in den Kita-Alltag und schafft für das Kind eine gute Voraussetzung außerhalb der Familie, soziale Erstkontakte mit Gleichaltrigen zu knüpfen. Eine lückenlose und intensive Beobachtungsphase durch die heilpädagogische Fachkraft, Gespräche mit allen betreuenden Personen und Therapeuten sowie die Entwicklungseinschätzung sind Grundlage für die Erstellung des Förderplans.
9.1.2 Schwerpunkte der heilpädagogischen und therapeutischen Arbeit
Den Grundsatz, „Eine ganzheitlich ineinandergreifende Förderung für das Kind, d.h. ein Zusammenspiel und das Verschmelzen der verschiedenen Therapieformen in der Gemeinschaft der Einrichtung“, haben wir uns zur Aufgabe gemacht.
Durch unsere heilpädagogischen Fachkräfte werden in der Einrichtung folgende Methoden zur Förderung angeboten:
- Heilpädagogische Übungsbehandlungen
- Wahrnehmungsförderung
- Sprachanbahnung und Sprachförderung
- Spieltherapeutische Ansätze
- Musiktherapeutische Ansätze
- Bewegungserziehung und Psychomotorik
- Gezielte therapeutische Angebote in der Einzel- sowie Gruppenförderung
- Künstlerisches Gestalten
- Lebenspraktische Tätigkeiten
- Hilfe zur Entwicklung der Selbständigkeit
- Umwelterkundung und ökologische Bewusstseinsbildung
- Teilnahme am öffentlichen und kulturellen Leben
- Feier- und Festgestaltung
Regelmäßig erstellte Entwicklungs- und Förderberichte geben Auskunft über die erreichten Fortschritte und sind Grundlage der weiteren Förderung.
9.1.3 Externe Fördermaßnahmen
Durch niedergelassene Therapeuten können in unserer Kita unterschiedliche Therapieformen durchgeführt werden. Sie erfolgen auf Rezeptbasis und in enger Zusammenarbeit und Absprache mit den Eltern und den Heilpädagogen der Kita:
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Therapeutisches Schwimmen im Krankenhaus in Sondershausen
- Logopädie usw.
10. Maßnahman zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
Um die pädagogische Qualität und die organisatorischen Abläufe in unserer Kita stetig zu verbessern, haben wir konkrete Maßnahmen und Strategien festgelegt. In einem kontinuierlichen Prozess erarbeiten wir uns als Team gemeinsam verabredete Qualitätsstandards, welche für alle Mitarbeiter unserer Einrichtung verpflichtende Grundlage ihrer pädagogischen Arbeit sind.
10.1 Qualitätsziele unserer pädagogischen Arbeit
Um sicherzustellen, dass die Entwicklungsbedürfnisse eines jeden Kindes in unserer pädagogischen Arbeit Berücksichtigung finden, kontrollieren und korrigieren wir unsere festgelegten Qualitätsziele regelmäßig. Dies gibt uns Orientierung und Struktur bei der Gestaltung und Ausrichtung der pädagogischen Maßnahmen und hilft uns, individuell angepasste Fördermaßnahmen zu planen und umzusetzen. Dabei achten wir auf Kontinuität und einen hohen Standard.
Auf folgende Qualitätsziele haben wir uns im Team verständigt:
- Förderung der individuellen Entwicklung eines jeden Kindes
- Sicherstellung von Integration und Inklusion
- Stärkung der sozialen Kompetenzen der Kinder
- Förderung von Partizipation und Mitbestimmung
- Schaffung eines sicheren und anregenden Umfeldes
- Förderung von Elternpartnerschaften
10.2 Dokumentation und Evaluation unserer pädagogischen Arbeit
Die regelmäßige Dokumentation bildet die Grundlage für unser pädagogisches Handeln und ist eine der wichtigsten Bildungsaufgaben unserer Fachkräfte.
Was und wie dokumentieren wir in unserer Einrichtung?
- Wir erstellen gemeinsam mit dem Kind ein Portfolio – dieses begleitet uns über die gesamte Kindergartenzeit und visualisiert in Bild und Wort die Entwicklung des Kindes und stellt meist den größten Schatz für Eltern und Kinder dar
- Unser Qualitätshandbuch dient als Arbeitsgrundlage für neue Fachkräfte und als Grundlage für Reflektion und Austausch
- wir führen regelmäßig unsere Chronik fort – diese zeigt mit viel Bildmaterial die Entstehung und die Weiterentwicklung unseres Kindergartens
- wir tauschen uns regelmäßig in Teamberatungen aus – diese werden anhand von Protokollen schriftlich festgehalten und dienen der effektiven und transparenten Zusammenarbeit im Team
- wir erstellen einen Kita-Flyer – dieser wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und verdeutlicht den Familien unsere inhaltliche Arbeit
- wir pflegen unser Instagramm- Profil – z.B. in Form von Wochenrückblicken, Neuigkeiten, Veranstaltungen usw. – Gäste, Besucher und vor allem die Familien der Kinder können schnell erfassen, welche Aktionen und Projekte mit den Kindern stattgefunden haben
- wir führen für jede Gruppe ein Gruppentagebuch – Ereignisse, Spielsituationen, Lieder, Fingerspiele, Handlungen der Kinder, Entdeckungen, Ausflüge usw. werden dokumentiert
- durch unsere Care- Kita- App halten wir einen unkomplizierten Austausch und Kontakt zu unseren Familien
- wir dokumentieren die besuchten Fortbildungen – die Inhalte einer Fortbildung werden für das gesamte Team transparent gemacht
- wir halten die Ergebnisse des Entwicklungsgesprächs schriftlich fest – das Original bekommen die Eltern ausgehändigt, eine Kopie wird durch die Fachkraft archiviert und bis zum Ende der Kindergartenzeit aufbewahrt.
10.3 Personalauswahl und Fort- und Weiterbildung des Teams
In unserer Kita arbeiten ausschließlich pädagogische Fachkräfte. Diese werden entsprechend der Kinderzahlen, nach dem aktuellen Betreuungsschlüssel eingesetzt.
Bei der Auswahl des Personals achtet insbesondere unser Träger darauf, dass alle Mitarbeiter/Innen mit dem Thema Religion vertraut sind und eine christliche Haltung mitbringen.
In unserer Einrichtung werden Praktikant/Innen aus dem sozialen Bereich (z.B. Auszubildende in der Erzieherausbildung, Sozialassistentenausbildung, aus der Heilerziehungspflege und der Heilpädagogik) angeleitet. Diese werden durch die Leiterin ausgewählt und in Absprache mit dem Träger in den einzelnen Gruppen eingesetzt.
Weiterhin ist es uns als Mitarbeiter/Innen wichtig, durch den Besuch von Fort- und Weiterbildungen unser Fachwissen immer wieder zu aktualisieren und zu vertiefen, um eine qualitativ hochwertige Arbeit in der Kita sicher zu stellen. Für den Besuch einer Fortbildung wird in Absprache mit der Leitung die jeweilige Kollegin/ der jeweilige Kollege für die Dauer vom Dienst freigestellt und bekommt die anfallenden Kosten erstattet. Weiterbildungsangebote werden unserer Kita durch die Diakonie, durch die Fachberatung des Jugendamtes und durch weitere Bildungsträger der Region unterbreitet. Zu Beginn des Kalenderjahres wird der jeweilige Fortbildungsbedarf jedes Teammitgliedes mit der Leitung im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs geklärt und dementsprechende Maßnahmen geplant.
Außerdem finden in Zusammenarbeit mit dem Haus II gemeinsame Fortbildungen für die Teams statt (Nutzung von Brückentagen, Wochenenden, Abendveranstaltungen). So kann kosteneffizienter gearbeitet werden und der regelmäßige fachliche Austausch der beiden Teams ist gewährleistet.
10.4 Elternarbeit
Ziele der Elternarbeit
Wir sind uns im Team darüber einig, dass das oberste Ziel ist, Vertrauen zueinander aufzubauen und dies während der gesamten Betreuungszeit immer wieder zu stärken. Weiterhin besteht für uns das Ziel als gleichberechtigte Partner mit den Eltern gemeinsam die Erziehung des Kindes zu gewährleisten. Uns ist bewusst, dass die Eltern die besten Experten für ihre eigenen Kinder sind und eine Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes unverzichtbar ist.
Eine gute und funktionierende Elternarbeit ist Ausgangspunkt für die Förderung und Entwicklung der Kinder im ganzheitlichen Sinne.
Wir wollen stets offen sein für die Anfragen, Ideen und Anregungen der Eltern und wollen uns gegenseitig in einem Prozess der Verständigung austauschen. Uns ist bewusst, dass dieser Prozess nie ganz ohne Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte vollzogen werden kann. Dafür ist uns wichtig, aufeinander zuzugehen, sich abzustimmen und sich ggf. mit dem Problem intensiv auseinanderzusetzen.
Formen der Elternarbeit
Laut Thüringer Kita-Gesetz haben die Eltern das Recht, an Entscheidungen der Kindertageseinrichtung mitzuwirken. Wir sehen die Eltern als Erziehungspartner in der Betreuung ihrer Kinder. Im Folgenden sind die Beteiligungsformen der Eltern noch einmal zusammengefasst. Diese Punkte sehen wir ebenfalls als eine bedeutsame Form des Qualitätsmanagements.
- Bildung einer Elternvertretung durch demokratische Wahl und Bekanntmachung dieses Gremiums
- Wahl eines Vorsitzenden und eines Stellvertreters für die Elternschaft
- regelmäßige Sitzungen der Elternvertretung und Veröffentlichung der besprochenen Inhalte
- rechtzeitige Information der Elternvertretung bei Entscheidungen über die Hausordnung, Öffnungszeiten, räumliche und sachliche Ausstattung, das pädagogische Konzept, personelle Veränderungen und Trägerwechsel
- die Durchführung von Elternabenden und Elternnachmittagen
Um dem Bedürfnis nach Informationen gerecht zu werden, bieten wir verschiedene Möglichkeiten der Elternarbeit an:
Elterngespräch
In unserer Kita werden mindestens einmal jährlich individuelle Entwicklungsgespräche geführt. Weitere Gespräche können bei Bedarf vereinbart werden.
An den Elterngesprächen können beide Elternteile teilnehmen. In diesen Gesprächen haben die Eltern die Möglichkeit, umfassende Informationen über den Entwicklungsstand Ihres Kindes zu erfahren.
Während der Bring- und Abholsituation bietet sich täglich für den kurzen Austausch die Gelegenheit der Tür- und Angelgespräche. Diese Kurzgespräche dienen dem gegenseitigen Wahrnehmen wichtiger Informationen zum Tagesablauf.
Elternabende
Zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres findet in der Kita ein Gesamtelternabend statt, zu dem ein Ausblick auf das kommende Kindergartenjahr gegeben wird. Außerdem wird zu diesem Termin die neue Elternvertretung der Kita gewählt.
Im Laufe des Kindergartenjahres finden verschiedene Elternabende in den einzelnen Gruppen statt, bei denen gruppenspezifische Themen besprochen werden.
Eltern- Kind- Treff
Unser Eltern- Kind Treff hat sich in den vergangenen Monaten zu einem fest verankerten Bestandteil unserer Einrichtung entwickelt und stößt bei den Familien unserer Kita auf großen Zuspruch. Er bietet besonders den Familien unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft eine neue Plattform, sich in das Kita- Gefüge einzubinden, Kontakte zu knüpfen und weiter auszubauen, Hemmschwellen und Barrieren zu überwinden sowie emotionale Stabilität, Verständnis, Anerkennung und Wertschätzung zu erfahren. Unser Treffen findet 1x im Monat mit Eltern und Kindern statt. Im Vordergrund stehen dabei gemeinsame Aktivitäten wie Basteln, Spielen, gemeinsames Kochen oder Naturerkundungen. Außerdem wird es die Möglichkeit geben, Themenabende oder Workshops zu Erziehungs- und Familienthemen anzubieten, die durch die pädagogischen Fachkräfte der Kita oder externe Experten begleitet werden.
Der Eltern- Kind- Treff soll die Eltern- Kita- Beziehung stärken, den Austausch zwischen den Familien fördern und einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung innerhalb der Elternschaft leisten.
Durch den Treff wird die Kita zu einem Ort der Gemeinschaft, an dem Familien aktiv in das Kita- Leben eingebunden werden und die Kita als offenen Sozialraum wahrnehmen.
Der Eltern- Kind- Treff ist bewusst niedrigschwellig und flexibel gehalten, sodass jede Familie nach ihren Möglichkeiten teilnehmen kann.
Elterninformationen
Um die Eltern über organisatorische o. ä. Dinge aufzuklären, nutzen wir die Care- Kita App und stellen somit einen lückenlosen und transparenten Austausch mit unseren Familien sicher.
Kita-Flyer
5-mal im Jahr gestalten wir für die Eltern einen Kita- Flyer, der Sie über die geplanten Vorhaben der kommenden Wochen informieren soll. In diesem Flyer wird auf wichtige Termine bzw. Höhepunkte und Projekte hingewiesen sowie ein Rückblick über Vergangenes gegeben.
10.5 Notfallmanagement
Die Kinder unserer Arche Noah sollen bei uns in einem sicheren und geschützten Umfeld ohne jegliche Gefahren lernen und spielen können. Unser höchster Anspruch ist es, die Kinder nach einem unbeschwerten Tag wieder wohlbehalten an ihre Sorgeberechtigten zu übergeben. Und doch gibt es unvorhersehbare Umstände, die zum einen nicht vermeidbar sind und zum anderen ein professionelles Eingreifen bzw. Handeln erfordern. Durch entsprechende Maßnahmen bereiten wir uns auf unvorhersehbare Ereignisse vor:
- Erstellung von Notfallplänen für verschiede Szenarien
- Erstellung von detaillierten Flucht- und Evakuierungsplänen
- Regelmäßige Schulungen des Personals
- Regelmäßige Unterweisung des Personals
- Durchführen von Evakuierungsübungen
- Festlegung von Kommunikationswegen (Telefonnummern von Eltern und Rettungsdiensten)
- Aktualisierung aller Notfallkontakte
- Klare und verbindliche Evakuierungsabläufe
- Bereitstellung von Notfallmaterialien (Erste Hilfe Sets, Notfallmedikation etc.)
- Dokumentation und Nachbereitung von Notfällen
- Klare Absprachen der Kommunikation und Benachrichtigung der Eltern in Notfallsituationen
- Notfallregelung im Falle eines Personalmangels
Durch ein gut strukturiertes und transparent kommuniziertes Notfallmanagement stellen wir sicher, dass im Falle einer Notsituation schnell und effektiv gehandelt werden kann, und somit die Sicherheit aller Kinder und Mitarbeitenden gewährleistet ist.
11. Kooperationen und lokale Vernetzungen
Im Laufe unserer langjährigen pädagogischen Arbeit haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Kooperationen mit unterschiedlichen Netzwerken und Partnern herausgebildet. Die Zusammenarbeit und Intensität des Miteinanders gestaltet sich auf unterschiedlichen Ebenen und auf dem Hintergrund von Zielstellungen sehr individuell.
Die nachfolgende Übersicht soll einen Gesamtüberblick über unsere Kooperationen mit allen Partnern der Kita bieten:
- Förderverein evangelischer Kindergarten Sondershausen e.V.
- Fachberatung des Jugend- und Sozialamtes und Fachberatung der Diakonie
- Jugend- und Sozialamt, Allgemeiner Sozialer Dienst
- Kinderschutzdienst der Diakonie
- Kirchengemeinde Stockhausen
- Stadtverwaltung Sondershausen (Fachbereich Kindertagesstätten)
- Grundschulen, insbesondere die Franzbergschule
- Kreismusikschule
- Beratungsstellen
- Feuerwehrverein Srockhausen e.V.
- Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Groh
- Schulamt
- Private Fachschule für Wirtschaft und Soziales Sondershausen
- Physiotherapie- / Ergotherapie- und Logopädiepraxen
- Kinderärzte und Fachärzte
- Polizei
- andere Kindertagesstätten mit evangelischer/ ökumenischer Trägerschaft
Wir möchten mit den nächsten Punkten einige wichtige Kooperationspartner und unsere Zusammenarbeit mit ihnen genauer vorstellen.
11.1 Kooperation Kita – Grundschule
„Übergänge gestalten“ – so heißt unsere Konzeption im Kyffhäuserkreis, welche die Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule regelt. Dieses Konzept soll einen partnerschaftlichen Umgang zwischen Erzieher/innen und Lehrer/innen unterstützen, sowie die Kinder in der jeweils eigenen Entwicklung wahrnehmen und begleiten. Diese Konzeption unterliegt der ständigen Fortschreibung und Weiterentwicklung.
Im Folgenden werden speziell unsere Maßnahmen beschrieben:
- Wir erarbeiten gemeinsam mit der Grundschule einen Kooperationskalender, welcher auch den Eltern vorgestellt wird. In diesem Kalender sind alle Termine, Projekte und gemeinsame Veranstaltungen für ein Jahr enthalten.
- Bereits in den Wintermonaten finden Besuche durch Lehrer/innen in der Kita statt, um die zukünftigen Schulkinder kennen zu lernen.
- Ein Elternabend „Mein Kind kommt in die Schule“ informiert die Eltern sehr früh, welche Schritte bis zur Einschulung folgen.
11.2 Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde
Wir sehen uns als einen Teil der Kirchengemeinde und der christlichen Gemeinschaft im Ort! Wir sind eingebunden in eine Gemeinschaft, deren Handeln sich am christlichen Menschenbild orientiert. Wir erleben vielfältige Beziehungen zur Kirchengemeinde - dies zeichnet sich aus durch:
- die aktive Teilnahme am Gemeindeleben
- die gemeinsame Gestaltung von Gemeindefesten
- das gemeinsame Erleben und Gestalten von Familien- und Kindergottesdiensten
- den Besuch der Senioren der Gemeinde
11.3 Zusammenarbeit mit dem Förderverein Evangelischer Kindergarten e.V.
Der Förderverein wurde 1997 für die evangelische Kita „Arche Noah“ in Sondershausen gegründet.
Für eine gute Vereinsarbeit braucht man vor allem eines: Mitglieder, die sich - auf welche Art auch immer - für den Verein und seine Ziele engagieren. Mitglied im Verein kann jeder werden, der unsere Einrichtung unterstützen möchte.
Helfen kann ebenso jeder - sei es durch Mitgliedsbeiträge, Spenden oder die Mithilfe bei unseren zahlreichen Aktivitäten.
Ziel unserer Arbeit ist es, zusätzliche Gelder für die Umsetzung großer und kleiner Projekte zu beschaffen und bei der Vorbereitung und Durchführung verschiedener Veranstaltungen (z. B. Kaspertheater, Zauberer, Sommerfest) zu unterstützen.
Die finanziellen Mittel unserer Kita sind begrenzt und reichen für die Aufgaben und Aufwendungen im regulären Alltag. Mit Hilfe des Fördervereins können zusätzliche Anschaffungen für die Kinder getätigt werden (z.B. Oster- und Weihnachtspräsente, neues Mobiliar, Ausgestaltung von Festen, wie das Sommerfest, Kinderliteratur).
Der jährliche Mindest- Beitrag beträgt 15, - Euro. Einen Antrag auf Mitgliedschaft ist im Büro der Leitung erhältlich. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt.
11.3 Kooperation mit dem Jugend- und Sozialamt des Kyffhäuserkreises
- Zusammenarbeit bzgl. der Beantragung und Weiterbewilligung der Übernahme von Elternbeiträgen
- Zusammenarbeit bzgl. der Beantragung von Leistungen der Eingliederungshilfe und Bildung und Teilhabe
- Zusammenarbeit mit der Fachberatung, Teilnahme an Leiterinnenberatungen, Fortbildungen, Inanspruchnahme von Beratungen usw.
11.4 Kooperation mit der Landesfachberatung des TMBJS
- Beratung und Durchführung von Betriebserlaubnisverfahren
- regelmäßige Meldungen hinsichtlich der Kinderzahlen und des Fachpersonals zu vorgegebenen Stichtagen
11.5 Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Kyffhäuserkreises
- Beratung bei Fragen zum Infektionsschutzgesetz
- Besichtigungstermine vor Ort in der Einrichtung , Beratung zu Hygienestandards und -vorgaben
- jährliche Untersuchung der Kinder durch den Jugendzahnärztlichen Dienst
12. Öffentlichkeitsarbeit
Unser Ziel ist es, Transparenz in die pädagogische Arbeit zu bringen. Durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit möchten wir Vertrauen zur Öffentlichkeit aufbauen bzw. aufrechterhalten.
Wir bearbeiten den Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit auf verschiedenen Ebenen: die Familien sind und bleiben die wichtigste Zielgruppe, die wir mit unserer internen Öffentlichkeitsarbeit erreichen wollen. Sie sollen sich wohl fühlen, Vertrauen besitzen und sich stets gut und umfassend informiert wissen. Der Eingangsbereich unseres Hauses gibt allen Besuchern einen ersten Überblick über die wichtigsten Dinge im Haus. Auch das Team stellt sich an dieser Stelle vor. Weiterhin befinden sich viele wichtige Informationen und Termine an den jeweiligen Gruppenräumen, auch eine Rückschau vergangener Projekte und Aktionen sind Bestandteil.
Grundsätzlich gehen alle MitarbeiterInnen unserer Einrichtung offen auf Besucher zu – wir sind bestrebt allen Gästen einen freundlichen, harmonischen und verständnisvollen Umgang entgegenzubringen. Die Eltern und Familien in die Öffentlichkeitsarbeit einzubeziehen, bedeutet uns ebenso sehr viel.
Unsere externe Öffentlichkeitsarbeit erreicht im besten Fall eine sehr breite Öffentlichkeit (nicht nur in unserem sozialen Umfeld). Durch regelmäßige Beiträge in der lokalen Presse, machen wir auf unsere Kita und deren Schwerpunkte in der pädagogischen Arbeit aufmerksam. Ebenso weisen wir damit auf geplante Höhepunkte hin.
Weiterhin gibt ein Kita - Flyer, sowie die Homepage umfassend Auskunft. Hier sind Informationen über unsere pädagogische Arbeit, Berichte über Aktionen und Höhepunkte, wichtige Termine und die Rückschau auf Vergangenes.
Unsere Bemühungen hinsichtlich einer professionellen und beständigen Öffentlichkeitsarbeit zielen stets auf gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. Wir bedienen uns unterschiedlicher Formen und Strategien, um auf unsere Kita und deren Schwerpunkte in der pädagogischen Arbeit aufmerksam zu machen:
Unser Kita- Flyer
- Informationen über unsere pädagogische Arbeit
- Berichte über Aktionen, Höhepunkte
- Bekanntgabe von Terminen
- Rückschau auf Vergangenes
Pinnwand im Eingangsbereich der Kita
- Information aller Eltern und Besucher des Hauses über aktuelle Geschehnisse
Unsere Homepage: www.evangelische-kita-arche-noah.de/sondershausen
- Informationen für den Besucher dieser Website
- Aufmerksam machen auf Aktionen, Termine usw.
- Auszüge aus der Konzeption
- Informationen zum Speiseplan
Beiträge und Auftritte in der lokalen Presse
- Veranstaltungshinweise
- Artikel über Feste und Höhepunkte unserer Kita
- Beiträge über unsere pädagogische Arbeit
